Guterres zu Bürgerkrieg im Sudan: «Dieser Albtraum muss enden»

15.04.2026 17:38

Vertreter der Vereinten Nationen verdeutlichen auf der
internationalen Sudan-Konferenz in Berlin das Ausmaß der humanitären
Krise im Sudan. Mehrere Länder haben die Aufstockung der Hilfe
angekündigt.

Berlin (dpa) - Vertreter der Vereinten Nationen haben auf der dritten
internationalen Sudan-Konferenz in Berlin an die internationale
Gemeinschaft zu dringender humanitärer Hilfe im Bürgerkriegsland
Sudan appelliert. «Dieser Albtraum muss enden», sagte
UN-Generalsekretär Antonio Guterres in einer Videobotschaft zu den
Teilnehmern der Konferenz, die von der Bundesregierung, den USA,
Großbritannien, Frankreich sowie Europäischer und Afrikanischer Union
ausgerichtet wird.

«Die internationale Gemeinschaft hat die sudanesischen Menschen
wirklich im Stich gelassen», sagte der stellvertretende Leiter des
Welternährungsprogramms WFP, Carl Skau, über seine Eindrücke währen
d
eines Besuchs in der Region Darfur in den vergangenen Tagen. «Sie hat
dabei versagt, den Ausbruch dieses schrecklichen Kriegs zu
verhindern, und sie hat beim Schutz der Zivilbevölkerung, der Frauen
und Kinder, versagt.» 

Humanitäre Organisationen seien in der Lage, Leid zu lindern - doch
die Helfer müssten in der Lage sein, sicher und ungehindert zu
arbeiten. Zudem werde mehr Geld zur Finanzierung der Hilfe benötigt.
«Derzeit kann sich das WFP nicht einmal volle Rationen in Gebieten
leisten, in denen Hunger herrscht.»

UN-Nothilfe-Koordinator Tom Fletcher sagte, der Sudan sei ein
«Laboratorium der Gräueltaten». 34 Millionen Menschen im Sudan seien

auf Hilfe angewiesen, 19 Millionen Menschen litten Hunger, zehn
Millionen Kinder hätten keinen Zugang zur Schule. Ein UN-Hilfsplan
sehe vor, 14 Millionen Menschen zu erreichen, doch dazu seien 2,2
Milliarden Dollar nötig.