Griechische Reeder: Wettbewerbsnachteil durch Klimapläne

16.04.2026 09:48

Griechische Reeder sehen durch geplante Klimaregeln für die
Schifffahrt einen Wettbewerbsnachteil. Sie halten den vorgegebenen
Netto-Null-Rahmen für nicht realistisch.

Piräus (dpa) - Griechische Reeder, die die größte Handelsflotte der
Europäischen Union besitzen, haben vor zu strengen Klimaregeln für
die Schifffahrt gewarnt. Sie äußerten sich vor der nächsten Sitzung
der International Maritime Organisation (IMO), die Ende 2026 in
London stattfinden soll. 

Der sogenannte Netto-Null-Rahmen der IMO soll den Ausstoß von
Treibhausgasen in der Schifffahrt senken. Dafür sollen Schiffe
schrittweise weniger schädliche Treibstoffe nutzen. Wer zu viel CO?
ausstößt, soll zahlen oder Ausgleichsmaßnahmen nutzen. Wer besonders

sauber fährt, kann Vorteile bekommen.

«Plan nicht realistisch»

Die griechischen Reeder halten den geplanten Netto-Null-Rahmen für
nicht realistisch. Sie warnen, dass wichtige Länder mit großen
Handelsflotten nicht ausreichend mitziehen. Namen nannten sie nicht.
Außerdem seien saubere Treibstoffe und neue Technik bislang nicht
überall verfügbar oder zu teuer. Dadurch könnten die Kosten stark
steigen und der Wettbewerb verzerrt werden.

Der Plan für den sogenannten Netto-Null-Rahmen ist im
IMO-Umweltausschuss zwar schon grundsätzlich vorangebracht worden,
aber noch nicht endgültig beschlossen. Bevor er gilt, muss er noch
von den Mitgliedstaaten Ende 2026 offiziell angenommen werden. Wenn
nicht genug Länder Einwände haben, treten die Regeln in der Regel
etwa 16 Monate später in Kraft. Dann sind die Regierungen dafür
verantwortlich, die Regeln umzusetzen und zu kontrollieren.