EU-Kommission: Google soll Daten mit Konkurrenz teilen

16.04.2026 18:41

Google steht unter Druck: Die von Künstlicher Intelligenz betriebenen
Chatbots werden zunehmend zur Konkurrenz. Brüssel will dem Wettbewerb
nicht im Weg stehen - im Gegenteil.

Brüssel (dpa) - Google muss nach Ansicht der Europäischen Kommission
mehr Daten mit der Konkurrenz teilen. Die Brüsseler Behörde legte
Vorschläge vor, wie der US-Konzern nach den EU-Wettbewerbsregeln für
Online-Riesen vorgehen sollte. Ziel ist es, kleineren Suchmaschinen
und auch KI-Chatbots zu ermöglichen, die dominierende Marktstellung
von Google anzufechten, wie die EU-Kommission mitteilte. 

Konkret geht es demnach um Daten zu Suchanfragen, Rangfolgen in den
Ergebnissen sowie Klick- und Nutzungsverhalten. Diese sollten
Drittanbietern zu fairen Bedingungen zur Verfügung gestellt werden,
heißt es. Die Wettbewerbshüter in Brüssel legten dabei auch fest, was

Google teilen muss. 

Google will Vorschläge nicht akzeptieren

Der Tech-Gigant lehnte die Vorschläge ab. Hunderte Millionen Europäer
vertrauten Google ihre sensibelsten Suchanfragen an, teilte eine
leitende Juristin von Google mit. Sie nannte etwa private Fragen zur
Gesundheit, Familie oder zu Finanzen als Beispiele. «Der Vorschlag
der Kommission würde uns zwingen, diese Daten an Dritte
weiterzugeben, wobei der Datenschutz gefährlich unzureichend wäre»,
kritisierte sie. 

Man werde sich gegen die Vorgaben der EU wehren. Zudem verdächtigt
Google konkurrierende KI-Anbieter, die Forderungen von Brüssel zu
beeinflussen. Die EU-Regeln sind nach Ansicht von Google nicht dazu
gedacht, private Suchdaten an KI-Anbieter wie etwa OpenAI (ChatGPT)
weiterzugeben.

Internetnutzer sollen echte Google-Alternative haben 

Bei den Vorschlägen geht es nach Angaben der EU-Kommission auch um
die Berechtigung von anderen KI-Chatbots, auf die Daten der führenden
Suchmaschine zugreifen zu dürfen. Dadurch sollen Wettbewerber in die
Lage versetzt werden, Nutzerinnen und Nutzern eine echte Alternative
zur Google-Suche anzubieten.

Die Vorgaben basieren auf dem Gesetz über digitale Märkte (Digital
Markets Act - DMA), mit dem die EU die Macht großer
Online-Plattformen begrenzen will. Google gehört zu den sogenannten
Gatekeepern («Torwächtern»), die wegen ihrer dominanten Stellung
besonderen Regeln unterliegen.

Der US-Konzern und auch konkurrierende Unternehmen können nun
Gegenvorschläge machen, die Brüssel berücksichtigen will. Sollte sich

keine Einigung mit Google finden, könnte aber auch ein Verfahren
wegen DMA-Verstößen drohen und die EU letztendlich empfindliche
Strafen verhängen.