EU will Fischern in der Krise mit 760 Millionen Euro helfen
16.04.2026 17:42
Hohe Ölpreise und gestörte Handelsrouten wirken sich auch auf Fischer
aus. Die EU-Staaten können Betreiber in ihrem Land jetzt mit
Entschädigungen unterstützen.
Brüssel (dpa) - Um die Folgen des Konflikts im Nahen Osten
abzudämpfen, können die EU-Mitgliedstaaten nun Fischer finanziell
besonders unterstützen. Die Europäische Kommission teilte mit, dass
für die Soforthilfemaßnahmen rund 760 Millionen Euro zur Verfügung
stehen. Sie waren bereits für Krisenhilfe bis zum Jahr 2027
vorgesehen und können jetzt genutzt werden.
Die Mitgliedstaaten beschließen selbst, ob und welche Unterstützung
sie anbieten und verwalten diese. Das Bundesministerium für
Landwirtschaft, Ernährung und Heimat prüft derzeit mögliche
Maßnahmen, wie ein Sprecher mitteilte. Man nehme die Sorgen der
Betriebe sehr ernst und stehe auch in engem Austausch mit den
deutschen Küstenländern, anderen europäischen Mitgliedstaaten sowie
der Branche.
Zahlungen möglich
Denkbar sind zwei Arten von Zahlungen für Fischer,
Aquakulturerzeuger, Verarbeiter und Einzelhändler:
* finanzieller Ausgleich für Einkommensverluste und zusätzliche
Kosten infolge der derzeitigen Marktstörung, einschließlich
zusätzlicher Kosten infolge des Anstiegs der Energiepreise;
* Lagerbeihilfen für Organisationen, die Erzeugnisse vorübergehend
lagern, um die Marktpreise zu stabilisieren.
Die Maßnahme gilt rückwirkend ab dem 28. Februar und für Ausgaben,
die bis Ende 2026 getätigt werden. Bald sollen zudem zeitlich
begrenzt staatliche Beihilfen möglich sein. Dies ist allerdings noch
in der Abstimmung.
Krieg im Nahen Osten treibt Kosten
«Die Feindseligkeiten im Nahen Osten haben die Energie- und
Rohstoffpreise in die Höhe getrieben, die Betriebskosten erheblich
erhöht und die Gewinnspannen im gesamten Fischerei- und
Aquakultursektor der EU gedrückt», teilte die Kommission zur
Begründung mit. «Ein Teil der Fischereiflotte der Union hat den
Betrieb aufgrund der geringeren Rentabilität bereits eingestellt.»
Vergleichbare Krisenhilfe gab es 2022 nach dem russischen Einmarsch
in die Ukraine.
