IEA warnt vor Kerosin-Knappheit in Europa

16.04.2026 18:25

75 Prozent der europäischen Kerosin-Importe stammen laut der
Internationalen Energieagentur aus dem Mittleren Osten. Das könnte
mancherorts bald Engpässe herbeiführen.

Paris/Berlin (dpa) - Der Internationalen Energieagentur (IEA) zufolge
könnte Kerosin in Teilen Europas in den kommenden Wochen knapp
werden. «Mehrere europäische Länder könnten in den kommenden sechs

Wochen einer beginnenden Knappheit von Kerosin gegenüberstehen», hieß

es von der in Paris ansässigen IEA. Dies hänge davon ab, wie viel der
eingebüßten Lieferungen aus dem Mittleren Osten Länder durch andere
Importe wettmachen könnten. Die Agentur betonte, 75 Prozent der
europäischen Nettoimporte von Kerosin seien zuvor aus dem Mittleren
Osten gekommen.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sagte, Kerosin
werde auch in deutschen Raffinerien produziert. Man sei nicht nur von
Importen abhängig. Nicht so entspannt sieht das der Co-Vorsitzende
der Koalitions-Arbeitsgruppe zu den Spritpreisen, Sepp Müller (CDU).
Er warnte vor einer Kerosin-Knappheit und rief die Deutschen dazu
auf, möglichst wenig Auto zu fahren.

Das mache «es uns auch möglich, mehr Kerosin herzustellen im
Raffinerie-Prozess - und gleichzeitig schauen wir, welche
Möglichkeiten innerhalb von Deutschland bestehen, die
Kerosin-Produktion durch die Raffinerien nach oben zu treiben»,
führte Müller aus. Die ersten Treibstoffprobleme innerhalb Europas
seien erkennbar, «nämlich in Italien wird nicht mehr jedes Flugzeug
vollgetankt».