Eurogruppenchef: Versorgungssicherheit mit Energieunion stärken
17.04.2026 09:38
Eurogruppenchef Pierrakakis fordert eine Energieunion, um Europas
Versorgung und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Er sieht aber auch
strukturelle Probleme im Energiesystem.
Athen (dpa) - Der Präsident der Eurogruppe, Kyriakos Pierrakakis, hat
sich für eine stärkere energiepolitische Zusammenarbeit in Europa
ausgesprochen. Der Aufbau einer Energieunion werde nicht nur die
Versorgungssicherheit verbessern, sondern auch die
Wettbewerbsfähigkeit stärken, sagte Pierrakakis nach Angaben seines
Büros in Athen bei der Frühjahrstagung des Internationalen
Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in Washington.
Rückblick auf frühere Energiekrisen und aktuelle Herausforderungen
Die Reaktionen auf die Ölkrise in den 1970er-Jahren hätten die
heutige Welt entscheidend geprägt, erklärte er weiter. Heute stehe
Europa mit der Krise um die Straße von Hormus vor einer
vergleichbaren Herausforderung. Eine Energieunion sei die wichtigste
Maßnahme zur Bewältigung dieser Krise.
Zugleich verwies der Präsident der Eurogruppe auf strukturelle
Probleme im Energiesystem: Europa importiere noch immer rund 57
Prozent seiner Energie und bleibe damit anfällig für externe Schocks.
Gleichzeitig stammten etwa 47 Prozent der Stromerzeugung aus
erneuerbaren Energien. Um das System widerstandsfähiger zu machen,
seien deutlich höhere Investitionen nötig - vor allem in Stromnetze,
Energiespeicher und grenzüberschreitende Verbindungen. Insgesamt
würden dafür rund 580 Milliarden Euro benötigt.
