Hochrechnungen: Ex-Staatschef Radew in Bulgarien klar vorn

20.04.2026 02:54

Ex-Staatschef Radew und sein Bündnis liegen Hochrechnungen zufolge
bei der Parlamentswahl deutlich vorn. Der frühere Kampfjet-Pilot
erreichte demnach die absolute Mehrheit im Parlament.

Sofia (dpa) - Bei der vorgezogenen Parlamentswahl in Bulgarien
zeichnet sich nach Hochrechnungen eine überwältigende Mehrheit für
die Wahlallianz von Ex-Staatschef Rumen Radew ab. Wie aus Angaben
mehrerer Meinungsforschungsinstitute hervorgeht, kommt das Bündnis
Progressives Bulgarien (PB) des als russlandfreundlich geltenden
Ex-Generals auf bis zu 45 Prozent der Stimmen. Dies würde den Angaben
zufolge bedeuten, dass Progressives Bulgarien (PB) mit bis zu 140
Abgeordneten in dem 240 Sitze umfassenden Parlament über die absolute
Mehrheit verfügen würde.

Mit großem Abstand dürften zwei etablierte prowestliche Parteien
folgen. Das konservative Bündnis Gerb-SDS, das eine im Dezember 2025
zurückgetretene Koalitionsregierung anführte, und der proeuropäische

liberal-konservative Verband PP-DB kämpfen nach Angaben der
Meinungsforscher mit 12 bis 13 Prozent um den zweiten Platz. PP-DB
hatte im Dezember zu Massendemonstrationen aufgerufen, die die
damalige Regierung von Gerb-SDS zum Rücktritt veranlassten.

6,5 Millionen Bürger konnten wählen

Rund 6,5 Millionen Bulgarinnen und Bulgaren konnten wählen. Zurzeit
ist eine Interimsregierung im Amt. Der frühere Kampfjet-Pilot Radew
war im Januar vom Amt des Staatspräsidenten zurückgetreten, um an der
Wahl teilzunehmen.

Die Vier-Prozent-Hürde für den Einzug ins Parlament dürfte auch die
Partei DPS eines als Oligarch umstrittenen Politikers, Deljan
Peewski, mit bis zu gut sieben Prozent geschafft haben. Dieser ist
durch die USA und Großbritannien wegen Korruption sanktioniert
worden. 

Die nationalistische prorussische Partei Wasraschdane (deutsch:
Wiedergeburt) stürzte laut diesen Hochrechnungen massiv auf rund vier
Prozent ab (2024: 13,3 Prozent). Es war vorerst unklar, ob
Wasraschdane nach Eintreffen der Wahlprotokolle aus dem Ausland
weiterhin über die Vier-Prozent-Schranke bleibt. Im Europaparlament
gehört Wasraschdane zur gleichen Parteienfamilie wie die Alternative
für Deutschland (AfD).