EU-Kommission schließt chinesisches Subunternehmen von Bahn-Bau aus
21.04.2026 15:47
In Portugal soll eine neue Stadtbahnlinie gebaut werden. Chinesische
Subventionen sollten einem Zulieferer einen unfairen Vorteil
verschaffen, kritisieren Wettbewerbshüter der EU - und greifen durch.
Brüssel/Lissabon (dpa) - Ein chinesischer Zulieferer hat nach
Einschätzung der EU-Kommission durch ausländische Subventionen einen
unlauteren Wettbewerbsvorteil bekommen. Die Brüsseler
Wettbewerbshüter stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass so andere
Bewerber beim Verfahren für die Vergabe eines Auftrags für die
Erweiterung der Stadtbahn in Lissabon benachteiligt würden. Die
portugiesische Tochter des chinesischen Konzerns CRRC dürfe kein
Angebot abgeben, teilte die EU-Kommission mit.
Ein ranghoher Beamter sprach von Subventionen an das Unternehmen in
Milliardenhöhe. Es war demnach Teil eines Bieterkonsortiums, das
mittlerweile zugesagt habe, Portugal CRCC durch einen polnischen
Hersteller zu ersetzen, der keine wettbewerbsverzerrenden
ausländischen Subventionen erhalten habe.
Die Lissabonner Metrobetreiber dürfe nun mit der Vergabe des Vertrags
für Bau und Planung der neuen U-Bahn-Linie «Violet» fortfahren,
teilte die Kommission mit. Die Entscheidung und Prüfung der Angebote
liege beim Betreiber.
Die «Linha Violeta» ist eine neue, überwiegend oberirdisch
verlaufende Stadtbahnlinie zwischen Odivelas und Loures im Norden der
Metropolregion Lissabon. Das Projekt ist als Erweiterung der
bestehenden Anbindung gedacht, soll etwa 11,5 Kilometer lang sein und
17 Stationen haben. Ob der ursprünglich für die zweite Jahreshälfte
geplante Termin für die Fertigstellung eingehalten werden kann, war
unklar.
