Studie: Mehr Dienstreisen ins europäische Ausland

21.04.2026 16:32

Deutsche Unternehmen schicken ihre Mitarbeiter wieder öfter auf
Dienstreise - vor allem innerhalb Europas. Was hinter dem Anstieg und
den sinkenden Reisekosten steckt.

Frankfurt/Main (dpa) - Trotz der weitgehend stagnierenden Konjunktur
haben deutsche Unternehmen ihre Mitarbeiter im vergangenen Jahr
häufiger auf Dienstreisen geschickt. Der Verband Deutsches
Reisemanagement (VDR) registrierte bei seiner Umfrage-basierten
«Geschäftsreiseanalyse» einen Zuwachs von 8,3 Prozent auf 116,1
Millionen Reisen. Gleichzeitig seien die durchschnittlichen Kosten
pro Reise um 4,8 Prozent auf 418 Euro gesunken. 

Die zusätzlichen Reisen gingen ausschließlich ins Inland oder ins
europäische Ausland, heißt es in dem Bericht. Der Anteil an
Geschäftsreisen ins europäische Ausland steigt von 24 auf 30 Prozent,
während Reisen in den Rest der Welt auf dem Vorjahresniveau bleiben.
Europa werde damit zum erweiterten Heimatmarkt deutscher
Geschäftsbeziehungen, folgert der Verband.

Bahn hängt Flugzeug im Inland ab

Bei Reisen im Inland hat die Bahn das Flugzeug deutlich überholt und
erreicht einen Nutzungsanteil von 52 Prozent, während Inlandsflüge
auf 13 Prozent zurückgehen. Zwar sinken die durchschnittlichen
Transportkosten leicht, doch steigen die Ausgaben für Unterkunft und
Verpflegung.

Im Trend liegt die Vermischung von Dienstreisen und privaten
Anteilen. Die Mehrheit der Unternehmen toleriere oder fördere
derartige Formen, habe sie aber bislang nicht in ihren
Reiserichtlinien verankert. Damit entstünden Graubereiche bei
Haftung, Versicherung und arbeitsrechtlichen Anforderungen, für die
die Politik klare Regeln finden müsse.

Bei dienstlich veranlassten Reisen oder Fahrten zur Arbeit stellt
sich zudem die Frage, inwieweit sie als Arbeitszeit gelten. Der
Europäische Gerichtshof stellte zuletzt in einem Urteil zu einem Fall
aus Spanien fest, dass auch Autofahrten zum Arbeitsort als Mitfahrer
Arbeitszeit sein können, wenn die Fahrten nach Vorgaben des
Arbeitgebers stattfinden, etwa zum Transportmittel, zum Abfahrts- und
Ankunftsort und den Zeiten. Die Entscheidung betrifft vor allem
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit wechselnden Arbeitsorten.