Biennale in Venedig: EU plant Strafe für Teilnahme Russlands

21.04.2026 19:58

Russland will in Venedig zurück auf die große Kunstbühne. Die EU
kündigt den Verantwortlichen für die Biennale nun Konsequenzen an.

Luxemburg (dpa) - Die Kunstbiennale von Venedig muss wegen der
geplanten Wiedereröffnung des russischen Pavillons mit der Streichung
von Zuschüssen der EU rechnen. «Russlands Rückkehr zur Biennale von
Venedig ist moralisch falsch, und die EU beabsichtigt, ihre
Finanzierung zu kürzen», sagte Chefdiplomatin Kaja Kallas nach einem
EU-Außenministertreffen in Luxemburg. Während Russland Museen
bombardiere, Kirchen zerstöre und versuche, die ukrainische Kultur
auszuradieren, dürfe es nicht zugelassen werden, dass es seine eigene
Kultur ausstelle.

Russland hatte zuvor in Abstimmung mit der Biennale-Stiftung erklärt,
in diesem Jahr wieder an der weltberühmten Ausstellung für
zeitgenössische Kunst teilzunehmen und seinen Pavillon mit Arbeiten
einheimischer Künstler zu bestücken. Die Ukraine, aber auch
zahlreiche Politiker aus EU-Staaten protestieren dagegen.

Die Beteiligung Russlands an der am 9. Mai beginnenden Ausstellung
wäre die erste seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen
die Ukraine. Bei den beiden vorigen Biennalen wurde der russische
Pavillon von Russland nicht genutzt: 2022 zogen sich die vorgesehenen
Künstler aus Protest gegen den Angriff auf das Nachbarland
kurzfristig zurück. 2024 überließ Moskau das Gebäude Bolivien.

Nach früheren Angaben aus Brüssel stellt die EU-Kommission der
Biennale-Stiftung derzeit über einen Zeitraum von drei Jahren
insgesamt zwei Millionen Euro zur Verfügung. Damit hilft sie bei der
Unterstützung von Filmproduzenten und immersiver Technik.