Ungarn: Magyar voraussichtlich am 9. Mai in Amt und Würden
21.04.2026 21:36
Der Wahlsieger und bisherige Oppositionschef steht bereit für eine
zügige Regierungsübernahme. Der Wahlakt im Parlament dürfte glatt
über die Bühne gehen. Vor dessen Toren ist ein Volksfest geplant.
Budapest (dpa) - Der Sieger der ungarischen Parlamentswahl, Peter
Magyar, wird voraussichtlich in zweieinhalb Wochen das Amt des
Ministerpräsidenten antreten. Staatspräsident Tamas Sulyok berief für
den 9. Mai das neue Parlament zu seiner konstituierenden Sitzung ein,
wie er auf seiner Facebook-Seite mitteilte. Magyar hatte nach seinem
Wahlsieg mehrfach angekündigt, sich bei der ersten Zusammenkunft des
neuen Parlaments ins höchste Regierungsamt wählen zu lassen und den
Amtseid abzulegen.
Damit wird der bisherige konservative Oppositionspolitiker den seit
16 Jahren regierenden Rechtspopulisten Viktor Orban an der Spitze der
Regierung ablösen. Magyars Tisza-Partei hatte die Parlamentswahl am
12. April klar gegen Orbans Fidesz-Partei gewonnen. In der neuen
Volksvertretung hat Tisza 141 von 199 Mandaten und damit eine
verfassungsändernde Zweidrittelmehrheit.
Insofern ist zu erwarten, dass die Konstituierung des Parlaments am
9. Mai mit der Beglaubigung der Mandate, der Wahl eines
Parlamentspräsidiums und der Bestellung verschiedener Ausschüsse
glatt über die Bühne gehen wird. Auch die Wahl des Tisza-Vorsitzenden
Magyar zum Ministerpräsidenten durch die Abgeordneten dürfte eine
Formsache sein.
Versprechen eines Neustarts
Der politische Senkrechtstarter kommt selbst aus der Orban-Partei,
hatte aber mit dieser vor zwei Jahren demonstrativ gebrochen. Den
Wahlkampf hatte er mit dem Versprechen bestritten, Misswirtschaft und
Korruption des Orban-Systems zu beenden. In der Europäischen Union
(EU), in der Orbans Ungarn zuletzt die Rolle eines prorussischen
Störfaktors gespielt hatte, soll das mitteleuropäische Land nach
Magyars Vorstellung wieder ein zuverlässiger Partner werden.
Am 9. Mai sollen seinen Plänen zufolge parallel zu den Prozeduren im
Parlament Zehntausende Bürger auf dem davor gelegenen zentralen
Kossuth-Platz ein «Fest der Demokratie» feiern.
