Beamte aus drei Ländern üben Einsatz gegen Schleuser
22.04.2026 13:23
Wie gelingt die Zusammenarbeit bei der Jagd nach Schleusern? In
Zittau trainieren Einheiten aus Deutschland, Polen und Tschechien
gemeinsam den Ernstfall.
Zittau (dpa/sn) - Polizeieinheiten der sächsischen Landes- und der
Bundespolizei sowie Beamte und Beamtinnen aus Polen und Tschechien
haben in Zittau einen grenzübergreifenden Einsatz im Rahmen einer
großangelegten Übung geprobt. Unter Leitung der Polizeidirektion
Görlitz spielten fünf beteiligte Polizeieinheiten aus drei Ländern
ein fiktives Ermittlungsverfahren gegen eine Schleusergruppe durch,
die Waffen und Geld über die Grenzen bringt.
Geübt wurden zwei Szenarien mit Fluchtfahrzeugen und anschließenden
Festnahmen, zunächst im tschechischen Hrádek nad Nisou, später auf
deutschem Gebiet bei Zittau. Dabei sollten die fiktiven Schleuser
unter anderem eine Kontrollstelle mit ihrem Fahrzeug durchbrechen und
über einen «Nagelgurt» fahren, heißt es in einer Mitteilung der
Polizei. «Straftäter machen an Grenzen keinen Stopp», sagte der
Görlitzer Polizeisprecher Kai Siebenäuger am Rande der Übung.
Übung mit fünf Polizeieinheiten
Insgesamt waren nach Angaben Siebenäugers fünf Polizeieinheiten aus
den drei beteiligten Ländern vor Ort - von regulären Streifen über
Bereitschaftspolizei bis zu Kräften, die Täter oder Beobachter
spielen. Im Mittelpunkt stehe die Verfolgung Verdächtiger über die
Landesgrenzen hinweg.
Getestet wurden dabei laut Siebenäuger vor allem rechtliche
Grundlagen, Kommunikationswege und das Zusammenspiel der
Einsatzkräfte, die im Alltag bereits in gemeinsamen Streifen im
Grenzraum unterwegs sind. Das sogenannte «Nacheilen» komme zwar
«relativ häufig» vor, wenn es um schwerere Delikte wie Gewalttaten
oder wie in der aktuellen Übung um die Aktivitäten von Schleusern
gehe. Es sei aber kein Tagesgeschäft, sagte Siebenäuger.
