Budapest: Russisches Öl wieder auf dem Weg nach Ungarn
22.04.2026 15:05
Öl aus Russland fließt laut Budapest wieder durch die
Druschba-Pipeline in Richtung Ungarn. Regierungschef Orban dürfte nun
endgültig seine Blockade gegen einen EU-Milliardenkredit für Kiew
beenden.
Budapest/Kiew (dpa) - Die Druschba-Pipeline, die russisches Öl über
Belarus und die Ukraine nach Ungarn transportiert, hat nach
ungarischer Darstellung ihren Betrieb wieder aufgenommen. «Nach den
uns vorliegenden Informationen hat die Öldurchleitung über die
Druschba-Pipeline heute um 11.35 Uhr von Belarus in Richtung Ukraine
wieder begonnen», schrieb der ungarische Minister für
EU-Angelegenheiten, Janos Boka, auf seiner Facebook-Seite.
«Nach menschlichem Ermessen» würde das russische Erdöl ungarisches
Staatsgebiet noch im Laufe desselben Tages oder spätestens bis
Donnerstagmorgen erreichen, schrieb Boka weiter. Ein weiterer Zweig
der Druschba transportiert das Öl auch in die Slowakei.
Die Pipeline war nach einem russischen Drohnenangriff auf eine
Pumpstation in der Westukraine Ende Januar beschädigt worden. Ungarns
Ministerpräsident Viktor Orban hatte das in Zweifel gezogen und die
Ukraine beschuldigt, die für Ungarn wichtigen Öllieferungen aus
Russland willkürlich abgestellt zu haben. Beweise legte er dafür
keine vor.
Dennoch blockierte der als russlandfreundlich geltende Ungar unter
diesem Vorwand lange einen 90 Milliarden schweren Kredit der EU für
die Ukraine, die das von Russland angegriffene Land dringend
benötigt. Die Regierung Orbans trug am Mittwoch in Brüssel nun eine
Entscheidung mit, die das Darlehen ermöglichen soll, wie mehrere
Diplomaten der Deutschen Presse-Agentur sagten.
Die formellen Beschlüsse müssen noch in einem schriftlichen Verfahren
gefasst werden, das an diesem Donnerstagmittag abgeschlossen sein
soll. Scheitern könnte das nur noch, wenn geplante russische
Öllieferungen nach Ungarn und die Slowakei bis dahin nicht ankommen.
