EU gibt 235 Millionen Euro für humanitäre Hilfe in Afrika
22.04.2026 16:35
Hunger, Vertreibung und Isolation: Millionen Menschen leiden unter
den Krisen und Konflikten in West- und Zentralafrika. Die
EU-Kommission unterstützt mit einem Hilfspaket.
Brüssel (dpa) - Die Europäische Kommission stellt 235 Millionen Euro
an humanitärer Hilfe für Menschen in West- und Zentralafrika bereit.
Das Geld solle den von Ernährungskrisen, Kriegen und Konflikten
gebeutelten Bevölkerungen in den Regionen zugutekommen, teilte die
Brüsseler Behörde mit.
Der Tschad enthält durch das Hilfspaket demnach mehr als 72 Millionen
Euro - davon entfallen 60,8 Millionen Euro auf die Versorgung von
Sudanesen, die vor dem Bürgerkrieg in ihrer Heimat geflohen sind.
Insgesamt hat der Tschad seit April 2023 laut EU-Kommission rund
919.000 sudanesische Flüchtlinge und knapp 390.000 tschadische
Rückkehrer aufgenommen.
EU: Etwa 35 Millionen Nigerianer auf Hilfe angewiesen
Besondere Unterstützung ist in dem Paket für die Hungerkrisen auf dem
Kontinent vorgesehen. Für die Länder des zentralen Sahel, wo mehr als
12,4 Millionen Menschen auf Unterstützung angewiesen seien, sind 75
Millionen Euro vorgesehen. Nigeria erhält 33 Millionen Euro, unter
anderem wegen der nach Angaben der Kommission schlimmsten
Ernährungskrise seit Jahren: Fast 35 Millionen Nigerianer seien auf
Nahrungsmittelhilfe angewiesen, 6,4 Millionen Kinder litten an akuter
Unterernährung. Etwa ein Drittel dieser Kinder schwebe in
Lebensgefahr.
Weitere Mittel gehen an die Zentralafrikanische Republik (22
Millionen Euro), Kamerun (16,6 Millionen Euro) sowie Mauretanien (4,8
Millionen Euro), das allein über 400.000 Asylsuchende beherbergt. Für
Küstenstaaten wie Benin, Elfenbeinküste, Ghana und Togo sind mehr als
6 Millionen Euro eingeplant.
