Umweltverbände dringen auf Ende fossiler Energieimporte

23.04.2026 05:00

Die Energiepreise steigen weiter, manche warnen vor einem
Kerosinmangel. Kanzler Merz und seine EU-Kollegen besprechen heute
Wege aus der Krise. Deutsche Umweltverbände haben klare
Vorstellungen.

Berlin (dpa) - Angesichts der Energiekrise in Europa durch den
Iran-Krieg fordern mehrere deutsche Umwelt- und Naturschutzverbände
stärkere Elektrifizierung, mehr Geld für das Klima und ein Ende
fossiler Energieimporte. «Fossile Import-Abhängigkeit macht die EU
geopolitisch verwundbar und liefert Menschen und Wirtschaft
plötzlichen Preisschocks aus, während die fossilen Konzerne
profitieren», heißt es in einem Papier vom Deutschen Naturschutzring,
der Klima-Allianz Deutschland und der Organisation Transport und
Environment anlässlich eines Treffens der EU-Staats- und
Regierungschefs. Auch Organisationen wie der BUND, WWF oder die
Deutsche Umwelthilfe wirkten daran mit.

Heute Abend (Donnerstag) kommen in Zypern Bundeskanzler Friedrich
Merz (CDU) und die anderen Staats- und Regierungschefs der EU
zusammen. Erörtert werden sollen bei dem Treffen unter anderem
Maßnahmen gegen die Energiekrise, die seit Beginn des Iran-Kriegs die
Staatengemeinschaft beschäftigt. Am Mittwoch präsentierte die
EU-Kommission mehrere Vorhaben, um etwa ausufernde Preise abzufedern
und Versorgungsengpässe zu vermeiden, die als Gesprächsgrundlage beim
Gipfeltreffen gelten sollen.

Verbände für Übergewinnsteuer für «fossile Krisenprofiteure»

Die Organisationen sprechen sich etwa für eine schnelle Vorlage eines
Elektrifizierungsziels unter anderem für Verkehr und Gebäude sowie
einen zügigen Beschluss des geplanten Pakets zum Ausbau von Europas
Stromnetzen aus. So soll Europas fossile Abhängigkeit beendet, der
Klima- und Naturschutz vorangebracht und dabei sozialer Ausgleich
geschafft werden.

Außerdem fordern sie eine Abgabe auf Übergewinne der «fossilen
Krisenprofiteure». «Die Einnahmen sollten für soziale und ökologisc
he
Zwecke verwendet werden, beispielsweise für gezielte Unterstützung
bedürftiger Haushalte und Investitionen in Energieeffizienz,
erneuerbare Energien und strombasierte Technologien.» Auch
Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) hatte sich für eine
Übergewinnsteuer auf überhöhte Krisengewinne von Energiekonzernen
ausgesprochen. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU)
kritisierte den Vorstoß.