Slowakische Ministerin bestätigt: Druschba-Öl fließt wieder

23.04.2026 09:48

Nach knapp drei Monaten erhält die Slowakei wieder russisches Erdöl
über die Druschba-Pipeline durch die Ukraine. Wegen des Transitstopps
hatte sie wie Ungarn EU-Sanktionen gegen Russland blockiert.

Bratislava (dpa) - Die slowakische Wirtschaftsministerin Denisa
Sakova hat bestätigt, dass über die Druschba-Pipeline wieder
russisches Öl in die Slowakei fließt. «Heute ab 2.00 Uhr Früh wurde

die Lieferung von Erdöl über die Druschba-Ölleitung wieder erneuert
»,
schrieb die Sozialdemokratin auf Facebook. Der aktuelle Durchfluss
erfolge «in Übereinstimmung mit dem vereinbarten Plan». 

Nach ukrainischer Darstellung war die Druschba-Pipeline am 27. Januar
durch russische Drohnenangriffe beschädigt worden, weshalb kein Öl
mehr nach Ungarn und in die Slowakei geliefert werden konnte. Der
linksnationale slowakische Ministerpräsident Robert Fico äußerte
jedoch ebenso wie der scheidende ungarische Ministerpräsident Viktor
Orban Zweifel an der Begründung. Wie Budapest verlangte auch
Bratislava eine unabhängige Inspektion der Pipeline.

Slowakisches Veto gegen EU-Sanktionspaket

Wegen des ausbleibenden Öltransits legte sich die Slowakei zugleich
mit Ungarn gegen das 20. EU-Sanktionspaket gegen Russland quer. Im
Unterschied zu Ungarn legte die Slowakei jedoch kein Veto gegen einen
zugleich auf dem Tisch liegenden EU-Hilfskredit von 90 Milliarden
Euro für die Ukraine ein. Das Veto gegen die EU-Sanktionen werde man
aufgeben, sobald das Öl wieder fließe, hieß es stets aus Bratislava.

Am Mittag sollen die formellen Beschlüsse für den Hilfskredit sowie
das neue Sanktionspaket abgeschlossen werden. 

Die Slowakei ist noch immer weitgehend von russischen Öllieferungen
abhängig und hat daher eine auch mit Kiew vereinbarte Ausnahme von
den EU-Sanktionen gegen Russland zugestanden bekommen. Nach dem Stopp
der Öllieferungen über die Druschba rief die slowakische Regierung
schon Mitte Februar einen «Erdöl-Notstand» aus. Das erlaubte ihr
Preiseingriffe und die Freigabe von Öl aus staatlichen Notreserven,
damit die Versorgung der Tankstellen nicht zusammenbrach.