Selenskyj hofft auf EU-Gelder im Mai und neue Sanktionen

23.04.2026 15:45

Der ukrainische Präsident begrüßt die Freigabe eines
EU-Unterstützungsdarlehens für sein Land. Wofür soll das Geld
eingesetzt werden?

Kiew (dpa) - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die
Freigabe von EU-Hilfsgeldern von insgesamt 90 Milliarden Euro für
sein Land gewürdigt. «Dieses europäische Paket gibt unserer Armee
Stärke, verleiht der Ukraine mehr Widerstandsfähigkeit und ermöglicht

uns, den sozialen Verpflichtungen gegenüber den Ukrainern
nachzukommen», schrieb der Staatschef auf sozialen Netzwerken. 

Ziel sei, dass die ersten Zahlungen bereits im Mai oder spätestens im
Juni erfolgen. «Die Gelder dieses europäischen Pakets werden unter
anderem für die Produktion von Waffen und den Kauf notwendiger Waffen
von den Partnern eingesetzt, die wir in der Ukraine noch nicht
herstellen», fügte Selenskyj hinzu.

Ursprünglich rechnete Kiew bereits im April mit den ersten EU-Geldern
aus dem Kredit über zwei Jahre. Doch die inzwischen aufgehobene
ungarische Blockade des EU-Kredits wegen des Streits um den
unterbrochenen Erdöltransit über die «Druschba»-Pipeline verzöger
te
den Prozess.

Selenskyj drängt auf Ausweitung der Russland-Sanktionen

Bei Gesprächen auf Zypern im Rahmen eines informellen EU-Gipfels
werde Selenskyj auch auf stärkere Sanktionen gegen Russland drängen,
hieß es vom ukrainischen Präsidenten. Dem gerade auf den Weg
gebrachten 20. Sanktionspaket der EU gegen Russland müssten weitere
Sanktionsschritte folgen.

Die Ukraine wehrt sich mit westlicher Unterstützung seit mehr als
vier Jahren gegen eine russische Invasion. Das osteuropäische Land
hat seit Kriegsbeginn allein für den Staatshaushalt nach eigenen
Angaben umgerechnet fast 150 Milliarden Euro von ausländischen
Geldgebern erhalten. Mehr als 40 Prozent der Haushaltsausgaben werden
mit Geldern aus dem Ausland finanziert.