Ungarn: Russisches Öl kommt wieder über Druschba-Pipeline
23.04.2026 17:05
Die Transportröhre ist nach Reparaturen in der Ukraine wieder in
Betrieb. Budapest hatte Kiew zuvor Sabotage vorgeworfen. Ein
wichtiger EU-Kredit für die Ukraine stand deshalb auf der Kippe.
Budapest (dpa) - Nach einer Unterbrechung von drei Monaten erhält
Ungarn wieder russisches Erdöl über die Druschba-Pipeline, die durch
die Ukraine verläuft. Die erste Rohöllieferung sei am Morgen an der
ungarischen Pumpstation Fenyeslitke nahe der ukrainischen Grenze
angekommen, teilte der ungarische Mineralölkonzern MOL am
Donnerstagnachmittag mit. MOL verarbeitet das russische Öl in der
Raffinerie Szazhalombatta bei Budapest zu Benzin und anderen
Mineralölprodukten.
Die Pipeline war nach ukrainischer Darstellung bei einem russischen
Drohnenangriff im Westen der Ukraine beschädigt worden. Nach
aufwendigen Reparaturarbeiten sei sie nun wieder betriebsbereit, hieß
es in Kiew. Die Regierung des Rechtspopulisten und Kremlfreunds
Viktor Orban hatte der Ukraine vorgeworfen, sein Land mutwillig und
ohne plausible Begründung von russischen Öllieferungen abgeschnitten
zu haben.
Unter diesem Vorwand hatte Orban einen für die Ukraine
lebenswichtigen Kredit der Europäischen Union (EU) in Höhe von 90
Milliarden Euro bis vor kurzem blockiert. Nachdem zu Wochenbeginn
klar geworden war, dass die Öllieferungen über die Druschba-Pipeline
wieder beginnen würden, hob Orban sein Veto auf. Am Donnerstag gab
die zyprische EU-Ratspräsidentschaft den erfolgreichen Abschluss der
formellen Entscheidungsverfahren für den Milliardenkredit bekannt.
