Nach Abwahl Orbans: Russland drohen schärfere EU-Sanktionen

24.04.2026 10:19

Ungarns Regierungschef Viktor Orban stand bei Russland-Sanktionen
jahrelang auf der Bremse. Nach seiner Abwahl könnten nun Tabus
fallen.

Nikosia (dpa) - Nach der Abwahl des in den vergangenen Jahren immer
wieder blockierenden ungarischen Regierungschefs Viktor Orban droht
Russland eine deutliche Verschärfung von EU-Sanktionen. Aus dem Kreis
der Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten gebe es Druck, ein 21.
Paket mit Strafmaßnahmen fertigzustellen, sagte die
EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas nach Beratungen bei einem EU-Gipfel
in Zypern. Dies würde auch ein klares Signal an Russland senden, dass
es nicht darauf hoffen kann, dass der EU bei der Unterstützung der
Ukraine irgendwann der Atem ausgehe.

Den Angaben von Kallas zufolge sollen nun auch Sanktionen geprüft
werden, die zuletzt wegen der ungarischen Haltung nicht mehr
diskutiert wurden. Dazu könnten etwa Strafmaßnahmen gegen weitere
russische Oligarchen und den Ukraine-Krieg befürwortende Vertreter
der russisch-orthodoxen Kirche zählen.

Die EU hatte erst am Donnerstag ein 20. Paket mit EU-Sanktionen
beschlossen. Es zielt insbesondere darauf ab, Russlands Einnahmen aus
dem Verkauf von Gas und Öl weiter zu reduzieren. Zudem werden weitere
Finanzinstitute vom internationalen Zahlungsverkehr abgeschnitten und
zusätzliche Handelsbeschränkungen erlassen. Das Paket hatte wegen
eines Vetos von Orban mehr als zwei Monate nicht beschlossen werden
können. Der Rechtspopulist pflegte trotz des russischen
Angriffskrieges gegen die Ukraine enge Kontakte nach Moskau.