Spott über Orban bei EU-Gipfel: «Keine Russen im Raum»

24.04.2026 12:16

Seitenhiebe nach der Abwahl: Polens Regierungschef Tusk kann sich
einen Spruch gegen den scheidenden ungarischen Ministerpräsident
Orban nicht verkneifen - und muss selbst über sein Timing schmunzeln.

Nikosia (dpa) - Nach seiner Wahlniederlage muss sich der scheidende
ungarische Ministerpräsident Viktor Orban Spott aus dem Kreis der
europäischen Staats- und Regierungschefs gefallen lassen. «Gestern
war bei den Entscheidungsträgern eine große Erleichterung zu spüren,

denn es war ja, wie sie wissen, das erste Mal seit Jahren, dass keine
Russen im Raum waren», witzelte der polnische Ministerpräsident
Donald Tusk am zweiten Tag des informellen EU-Gipfels in Zypern. 

Nach einer Begrüßung des in diesem Moment vorbeilaufenden
slowakischen Regierungschefs Robert Fico, der zuletzt durch seine
Blockadehaltung bei Russland-Sanktionen aufgefallen war, zwinkerte
Tusk den Journalisten zu und schmunzelte. Der polnische
Ministerpräsident schob aber sofort hinterher: «Nein, nein, nein, das
war ein Witz.» 

Mit wieder ernsterem Gesichtsausdruck sagte Tusk: Die Wahl in Ungarn
sei «ein sehr deutliches Zeichen dafür, dass Demokraten keine
Verlierer sind». Das Ergebnis habe gezeigt, dass man nicht schutzlos
ist, wenn man gegen Korruption und gegen starke Männer wie Orban
kämpfen wolle. 

Orban reiste nicht zu dem Treffen in dem Inselstaat im östlichen
Mittelmeer. Er wird sein Amt voraussichtlich am 9. Mai an Peter
Magyar abgeben müssen. Dieser hatte mit seiner Tisza-Partei vor knapp
zwei Wochen klar die Parlamentswahl in Ungarn gewonnen.