Weniger Asylsuchende erhalten Schutzstatus in der EU

24.04.2026 15:19

Deutschland gewährt in der EU 2025 am häufigsten Schutz. Insgesamt
fallen die Zahlen aber deutlich. Woran liegt das?

Brüssel (dpa) - In der EU haben im vergangenen Jahr deutlich weniger
Asylsuchende einen Schutzstatus bekommen. Rund 361.325 Menschen
erhielten 2025 einen positiven Bescheid - ein Rückgang von knapp
einem Fünftel gegenüber dem Vorjahr (437.735), wie aus Daten des
EU-Statistikamtes Eurostat hervorgeht.

Deutschland stellte demnach mit rund 103.360 Anerkennungen am
häufigsten einen Schutzstatus aus und kam damit auf einen Anteil von
29 Prozent aller positiven Entscheidungen in der EU. Dahinter folgten
Spanien (76.210) und Frankreich (72.930). Zusammen entschieden diese
drei Länder über 70 Prozent aller positiv beschiedenen Fälle in der
EU.

Anerkannte Asylsuchende häufig Afghanen 

Die größte Gruppe der Begünstigten machten Afghanen aus, mit 27
Prozent aller in der EU gewährten Asylanträge. Es folgten Venezolaner
(16 Prozent) sowie Syrer und Ukrainer (je 5 Prozent).

Von den bewilligten Asylgesuchen entfielen 51 Prozent auf den
Flüchtlingsstatus nach der Genfer Flüchtlingskonvention, 25 Prozent
auf humanitären Schutz nach nationalem Recht und 24 Prozent auf
subsidiären Schutz. 

Besonders stark sanken die Zahlen beim subsidiären Schutz - der
häufig Menschen aus aktiven Kriegsgebieten zugestanden wird - mit
einem Minus von 50 Prozent im Vergleich zu 2024. Im vergangenen Jahr
ging auch die Anzahl der Asylanträge allgemein zurück. Laut einem
Bericht der EU-Kommission war der Rückgang um knapp 20 Prozent vor
allem auf die veränderte Lage in Syrien zurückzuführen.