EU-Kommissar: So viele Rückführungen wie seit Jahren nicht

25.04.2026 04:01

Der EU-Migrationskommissar fordert schärfere Regeln für Abschiebungen
und mehr Konsequenz gegenüber Drittstaaten. Der bisherige Anstieg der
Rückführungen reicht ihm nicht.

Berlin (dpa) - Trotz einer gestiegenen Zahl an Abschiebungen aus den
EU-Ländern äußert sich EU-Migrationskommissar Magnus Brunner
unzufrieden und pocht auf mehr Tempo bei der Verschärfung der
EU-Asylpolitik. «Im Jahr 2025 wurden 28 Prozent der
ausreisepflichtigen Migranten in der EU zurückgeführt. Das ist der
bisher höchste Wert in diesem Jahrzehnt», sagte Brunner der «Welt am

Sonntag».

«Mehr als 491.000 Personen sind im vergangenen Jahr ausreisepflichtig
gewesen, rund 135.000 davon sind zurückgeführt worden.» Grund dafür

sei unter anderem das konsequente Vorgehen der Mitgliedstaaten, aber
auch mehr Stabilität in einigen Aufnahmeländern und ein besseres
Informationssystem. «Trotzdem kann uns die höhere Zahl von
Rückführungen im vergangenen Jahr nicht zufriedenstellen», sagte
Brunner.

Brunner: Interne Reformen reichen nicht aus

«Die alten Regeln zur Rückführung illegaler Migranten in der EU
funktionieren einfach nicht gut genug. Deswegen ist es umso
wichtiger, dass die neue Rückführungsverordnung, die wir bereits
letztes Jahr vorgelegt haben, rasch von Parlament und Rat beschlossen
wird.» Sie setze genau hier an: «Wir schaffen strengere Regeln für
Straftäter, klare und verbindliche Pflichten für Personen mit
Abschiebebescheid und bringen mehr Effizienz in die Zusammenarbeit
der Mitgliedstaaten.»

Die Rückführungsverordnung sieht unter anderem vor, dass Menschen,
die keinen Schutz erhalten und ausreisen müssen, länger in
Abschiebehaft genommen werden können. Außerdem ermöglicht sie die
Abschiebung von Asylsuchenden in sogenannte Return Hubs in Staaten
außerhalb der EU.

«Drittstaaten müssen Staatsbürger zurücknehmen» 

Brunner betonte, interne Reformen allein seien nicht ausreichend. Es
brauche auch nach außen mehr Konsequenz. «Drittstaaten müssen ihre
eigenen Staatsbürger zurücknehmen - und dafür setzen wir unsere Hebel

gezielt ein. Visapolitik, Handel und Entwicklungsgelder werden
künftig stärker mit Zusammenarbeit beim Thema Migration verknüpft.»