Frankreich und Griechenland bauen Militärallianz aus

25.04.2026 13:13

«Historischer Tag»: Griechenland und Frankreich verlängern ihre
Allianz. Was das für Europas Sicherheit und künftige Krisen bedeutet.

Athen (dpa) - Frankreich und Griechenland wollen in den Bereichen
Verteidigung künftig noch enger zusammenarbeiten. Beide Länder
verlängerten hierzu ihr seit 2021 bestehendes strategisches
Kooperationsabkommen für weitere fünf Jahre. «Es ist ein historischer

Tag», sagte der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis nach
der feierlichen Unterzeichnung mit dem französischen Präsidenten
Emmanuel Macron in Athen. Nach Ablauf der fünf Jahre soll das
Abkommen automatisch auf unbestimmte Zeit gelten.

Das Abkommen beinhaltet auch eine Beistandsklausel für den Fall, dass
eines der beiden Länder angegriffen wird. Es sei zugleich Teil der
Bestrebungen für eine militärisch und außenpolitisch unabhängigere

Europäische Union: «Wir wollen den Rest Europas inspirieren und den
europäischen Pfeiler der Nato stärken», sagte Macron. 

Beide Politiker werteten, dass die militärische Beistandsklausel der
EU (Artikel 42.7) klarer formuliert sei als der entsprechende Artikel
5 des Nato-Vertrags. Während die EU-Regelung die Mitgliedstaaten
deutlich zur Hilfe verpflichtet, lässt Artikel 5 der Nato den
Bündnispartnern Spielraum, wie sie im Ernstfall handeln. 

Frankreichs Rückendeckung für Griechenland

Der französische Präsident hatte bereits am Vortag in einem im
griechischen Fernsehen übertragenen Gespräch mit Mitsotakis betont,
dass Frankreich im Falle einer Bedrohung Griechenlands - etwa durch
die Türkei - entschlossen an der Seite Athens stehen würde.

Im Sommer 2020 standen Griechenland und die Türkei wegen
Streitigkeiten um vermutete Erdgasvorkommen im östlichen Mittelmeer
kurz vor einer militärischen Eskalation. Seither hat Athen 24
Rafale-Kampfflugzeuge sowie vier Fregatten von Frankreich gekauft.