Merz sieht EU-Anbindung der Ukraine als Weg zum Frieden
27.04.2026 12:13
Bundeskanzler Merz will die Ukraine stärker an die EU binden. Denn
ohne diesen Schritt wäre auch ein Frieden mit Russland schwierig,
erklärt er Schülern.
Marsberg (dpa) - Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sieht eine
stärkere Einbindung der Ukraine in die Europäische Union als wichtige
Voraussetzung für ein Ende des russischen Angriffskriegs. «Irgendwann
wird es hoffentlich einen Friedensvertrag mit Russland geben. Dann
wird möglicherweise ein Teil des Territoriums der Ukraine nicht mehr
ukrainisch sein», sagte Merz bei einer Diskussion mit Schülern in
Marsberg im Sauerland.
Damit der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dafür in einer
Volksabstimmung eine Mehrheit bekomme, müsse er seiner Bevölkerung
sagen können: «Aber ich habe den Weg nach Europa für euch geöffnet.
»
Die EU müsse für die Ukraine Schritte einleiten, «die glaubwürdig
sind, die irreversibel sind und die letztendlich in die
Vollmitgliedschaft in der Europäischen Union führen», forderte Merz.
Der Bundeskanzler hatte zuletzt beim EU-Gipfel in Zypern
vorgeschlagen, dass Vertreter der Ukraine zunächst ohne Stimmrecht an
Sitzungen des Europäischen Rats, des Europäischen Parlaments oder der
Kommission teilnehmen könnten.
Merz: EU kann stärker sein als die USA
Deutschland müsse eine Führungsrolle in der EU übernehmen,
bekräftigte Merz. Die EU habe 100 Millionen Einwohner mehr als die
USA. «Wir könnten, wenn wir uns besser zusammenschließen und mehr
gemeinsam machen, mindestens genauso stark sein wie die Vereinigten
Staaten von Amerika», betonte der Bundeskanzler.
Der Besuch des Bundeskanzlers am Carolus-Magnus-Gymnasium in Marsberg
war Teil des EU-Projekttags, bei dem Schulen bundesweit Aktionen rund
um die Europäische Union veranstaltet haben. Der Projekttag wurde
2007 von der damaligen deutschen EU-Ratspräsidentschaft ins Leben
gerufen. Ein wichtiger Bestandteil ist seit Jahren, dass Politiker
Schulen besuchen, um den Jugendlichen die Europapolitik
näherzubringen.
