Selenskyj sieht EU-Beitritt als Teil einer Friedenslösung
27.04.2026 20:37
Selenskyj fordert: Ohne EU-Beitritt und Wiederaufbau bleibt echter
Frieden in der Ukraine unmöglich. Wie hoch werden die Kosten dafür
geschätzt?
Kiew (dpa) - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht
einen Beitritt seines Landes in die Europäische Union als wichtigen
Teil einer Friedenslösung. Darüber hinaus nannte er in einer
Videobotschaft als Voraussetzung für einen «realen Frieden in Europa»
einen «Wiederaufbau unseres Landes nach dem Krieg». Ebenso müssten
die Grenzen und die Souveränität der Ukraine respektiert sowie ihr
Sicherheitsgarantien gewährt werden. Er erinnerte dabei daran, dass
dem russischen Angriff vom Februar 2022 unter anderem die Besetzung
der südukrainischen Halbinsel Krim voranging.
Zuvor hatte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) eine stärkere
Einbindung der Ukraine in die Europäische Union als wichtige Basis
für ein Ende des russischen Angriffskriegs bezeichnet. Gleichzeitig
schloss Merz jedoch auch einen ukrainischen Gebietsverzicht nicht
völlig aus. Für eine Zustimmung in einem Referendum müsse Kiew daher
die Perspektive einer Vollmitgliedschaft in der EU erhalten.
Der Finanzbedarf für einen Wiederaufbau des kriegsversehrten Landes
wird von der Weltbank auf umgerechnet rund 500 Milliarden Euro
geschätzt. Kiew erhielt nach eigenen Angaben seit Kriegsbeginn allein
für die Finanzierung seines Staatshaushaltes bereits rund 150
Milliarden Euro von ausländischen Geldgebern. Vergangene Woche
machten die EU-Staaten den Weg für die Zahlung von weiteren 90
Milliarden Euro aus einem Kredit frei.
