E-Auto-Zölle: China drängt EU zu schnelleren Gesprächen

28.04.2026 10:58

Die EU-Zölle auf E-Autos aus China belasten das Verhältnis zwischen
Peking und Brüssel. Das Handelsministerium fordert schnellere
Gespräche für seine Marken - und nutzt dafür ein bestimmtes Treffen.


Peking (dpa) - Im Streit um EU-Zölle auf chinesische E-Autos hat die
Volksrepublik bei einem Treffen mit dem Verband der
Automobilindustrie (VDA) schnellere Verhandlungen mit Chinas
Herstellern gefordert. Die getroffenen Preiszusagen zwischen Brüssel
und Peking Anfang des Jahres seien eine «weiche Landung» gewesen,
sagte Handelsminister Wang Wentao in der chinesischen Hauptstadt. 

Wang hoffe, die EU halte ihre Zusagen zur Gleichbehandlung ein,
beschleunige die Verabredung zu Gesprächen mit chinesischen
Herstellern und setze die Preiszusagen so schnell wie möglich um,
erklärte die Behörde. Beide Seiten sollten ihre
Meinungsverschiedenheiten durch Dialog lösen. Peking hoffe, der VDA
nutze seine Rolle, um Brüssel dazu zu bewegen, einen fairen
Wettbewerb zu respektieren, hieß es. 

VDA sieht gute Grundlage

Der VDA bestätigte das Treffen vom Montag zwischen Präsidentin
Hildegard Müller und Wang, nannte auf Nachfrage aber keine weiteren
Details. Laut chinesischen Angaben sagte Müller unter anderem, dass
die Preisverpflichtungen eine gute Grundlage zur Lösung der
Zollproblematik seien. Müller hatte in Peking die noch laufende
Automesse besucht. 

Die EU erhebt seit 2024 Zölle auf Importe von in China gefertigten
Elektroautos. In einer Anti-Subventionsuntersuchung war Brüssel zuvor
zu dem Ergebnis gekommen, dass in der Volksrepublik hergestellte
E-Autos von unfairen Regierungshilfen profitieren und damit einen
marktverzerrenden Preisvorteil in der EU haben. 

Erste Ausnahme für Cupra

Im Februar hatte Brüssel dann erstmals seit dem Inkrafttreten der
Zölle mit dem Tavascan der zum Volkswagen-Konzern gehörenden Marke
Cupra ein in China hergestelltes E-Auto von den Zusatzaufschlägen
ausgenommen. Das Gemeinschaftsunternehmen Volkswagen Anhui hatte
zuvor laut EU-Angaben einen Mindestpreis akzeptiert.