Bertelsmann will BMG und US-Firma Concord zusammenlegen
28.04.2026 14:29
Auf dem Musikmarkt gibt es große Bewegung: Die Bertelsmann-Tochter
BMG soll mit dem US-Unternehmen Concord zusammengeführt werden. Was
sich Bertelsmann davon verspricht.
Gütersloh (dpa) - Bertelsmann will sein Musikgeschäft deutlich
ausbauen und die Tochter BMG mit dem US-Unternehmen Concord
zusammenführen. Bertelsmann solle künftig 67 Prozent der Anteile an
dem gemeinsamen Unternehmen halten, teilte der Konzern mit. Die
bisherigen Concord-Eigentümer würden 33 Prozent übernehmen und eine
einmalige Barzahlung in Höhe von 1,16 Milliarden US-Dollar erhalten.
Ihre Anteile werden von Great Mountain Partners (GMP) verwaltet.
Bertelsmann-Chef Thomas Rabe sagte im Gespräch mit der Deutschen
Presse-Agentur, dass ein Unternehmen mit einem Pro-forma-Umsatz von
rund 2,2 Milliarden US-Dollar entstehen werde. Die Transaktion sei
«eine der großen Transaktionen unserer Unternehmensgeschichte» und
ein weiterer Schritt, um Medien- und Inhaltsgeschäfte zu stärken.
Das neue Unternehmen soll unter dem Namen BMG firmieren. Der
Abschluss steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der
Wettbewerbsbehörden und wird für das vierte Quartal 2026 erwartet. An
der Spitze soll Thomas Coesfeld als Vorsitzender stehen, CEO wird der
bisherige Concord-Chef Bob Valentine.
Personalwechsel im Konzern
Rabe betonte, der Zusammenschluss sei Teil einer Strategie, das
Geschäft breiter aufzustellen. «Wir stärken durch die Transaktion
unsere Medien- und Inhaltsgeschäfte weiter», sagte er. Zugleich
wachse die Bedeutung des US-Marktes.
Durch die Zusammenführung erwarte man erhebliche Synergien. «Wir
werden Doppelstrukturen abbauen», sagte Rabe. Details nannte er
zunächst nicht. Es gehe zudem um gemeinsame Investitionen etwa in IT
und Künstliche Intelligenz sowie um eine stärkere Vermarktung der
Musikkataloge.
Auch für den geplanten Führungswechsel an der Konzernspitze spielt
der Deal eine Rolle: Rabe will seine Aufgaben zum Jahresende 2026
übergeben. Nachfolger soll zum 1. Januar 2027 Thomas Coesfeld werden,
Enkel des 2009 gestorbenen Firmenpatriarchen Reinhard Mohn.
Coesfeld ist seit Juli 2023 Chef der Bertelsmann-Musiksparte BMG und
gehört seit Juli 2024 auch dem Vorstand an. Dort verantwortet er das
Musikgeschäft, das in den vergangenen Jahren zu den
wachstumsstärksten Bereichen des Konzerns zählte.
