EU-Kommission will Müllexport in die Schweiz weiter erlauben

29.04.2026 18:03

Jährlich gehen Hunderttausende Tonnen Abfall aus EU-Ländern in die
Schweiz. Bald ist das nicht mehr erlaubt. Die Kommission will
gegensteuern.

Brüssel (dpa) - Die Europäische Kommission will die ab Mai geltenden
EU-Vorschriften zur Abfallausfuhr anpassen und den Export in die
Schweiz weiterhin zulassen. Bisher ist vorgeschrieben, dass gemischte
Siedlungsabfälle ab dem 21. Mai nicht mehr zur Verwertung in Länder
außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums gebracht werden dürfen.
Das betrifft auch die Schweiz, die zwar Mitglied der Europäischen
Freihandelsassoziation, nicht aber des Europäischen Wirtschaftsraums
ist.

Nach Angaben der Kommission trifft ein Verbot besonders Grenzregionen
in Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich. Von dort aus
würden jährlich rund 200.000 Tonnen Abfälle zur Behandlung in die
Schweiz transportiert. 

Viele EU-Kommunen in Grenznähe sind demnach auf die naheliegenden
Schweizer Müllanlagen angewiesen. Diese Ausfuhr entspreche auch dem
EU-Grundsatz, Abfälle möglichst ortsnah zu behandeln sowie längere
Transportwege und höhere Treibhausgasemissionen zu vermeiden. Der
Kommissions-Vorschlag muss nun im Europäischen Rat und im
Europäischen Parlament beraten werden.