Jede fünfte Messstation: Luft in Europa zu verschmutzt
30.04.2026 00:30
Trotz Verbesserungen zeigen zu viele Messstationen in Europa zu hohe
Luftverschmutzung. Die Europäische Umweltagentur EEA sieht vor allem
bei Feinstaub weiteren Handlungsbedarf.
Kopenhagen (dpa) - An rund jeder fünften Messstation in Europa liegt
die gemessene Luftverschmutzung nach wie vor über den gelten
EU-Luftqualitätsrichtlinien. Zu diesem Schluss kommt die Europäische
Umweltagentur EEA in einem neuen Bericht. Darin loben die
Umweltexperten zwar, dass die Luftverschmutzung in Europa in den
vergangenen zwei Jahrzehnten stetig gesunken sei. Doch die Belastung
zum Beispiel durch bestimmten Feinstaub und gesundheitsschädliche
Gase wie bodennahes Ozon sei immer noch zu hoch.
Bei einigen Schadstoffen wie beispielsweise dem Metall Cadmium würden
bereits alle europäischen Länder die in den EU-Richtlinien zur
Luftqualität festgelegten Grenzwerte einhalten, erklärten die
Fachleute. Auch bei anderen Luftschadstoffen wie Kohlenmonoxid und
Blei seien Verbesserungen zu beobachten. Dennoch würden zahlreiche
Messstationen in ganz Europa Konzentrationen anderer Schadstoffe
aufweisen, die über den geltenden EU-Grenzwerten lägen, auch wenn
bereits einige Regionen die EU-Standards für 2030 erfüllten.
Weitere Maßnahmen für Gesundheit von Europäern erforderlich
Denn bei den meisten Schadstoffen würde die Konzentrationen auch
weiterhin deutlich über den von der Weltgesundheitsorganisation WHO
festgelegten Richtwerten für die Luftqualität liegen, hieß es weiter.
Mehr als neun von zehn Europäer seien
Luftverschmutzungskonzentrationen ausgesetzt, die diese Werte
überschritten.
Für den Bericht bewertete die im dänischen Kopenhagen ansässigen
EU-Behörde die Konzentration von Schadstoffen in der Umgebungsluft in
ganz Europa in den Jahren 2024 und 2025 unter anderem anhand der
geltenden EU-Luftqualitätsrichtlinien. Zu den analysierten 39 Staaten
gehören auch die 27 EU-Mitgliedstaaten mit Deutschland.
Die Autorinnen und Autoren des Berichts fordern weitere Maßnahmen, um
die Ziele zur Bekämpfung von Luftverschmutzung zu erreichen. Dies
gelte insbesondere für Feinstaub. Denn die Experten warnen vor den
Folgen von Luftverschmutzung für die Gesundheit. Je höher die
Konzentrationen der Schadstoffe in der Luft sei, desto größer sei das
Risiko beispielsweise für Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
