Experte: US-Autozölle treffen vor allem deutsche Hersteller

02.05.2026 14:46

Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer sieht vor allem Deutschland als
Ziel der Trump-Drohungen zu höheren Autozöllen. Allerdings seien die
Hersteller höchst unterschiedlich betroffen.

Bochum (dpa) - Die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Zölle

von 25 Prozent auf Neuwagen aus der EU könnten für die Autoproduktion
in Deutschland zusätzliche Belastungen von jährlich rund 2,5
Milliarden Euro bringen. Das geht aus Berechnungen des Center
Automotive Research (CAR) in Bochum hervor. Außerdem ergeben sich
demnach weitere Kosten für US-Exporte deutscher Autobauer aus der
Produktion in anderen EU-Ländern. 

Zwar richtet sich Trumps Vorgehen gegen die Europäische Union,
CAR-Direktor Ferdinand Dudenhöffer sieht aber ganz klar Deutschland
im Fokus. «Da die Exporte der ausländischen Autobauer in die USA
unwesentlich sind, lassen sich die neuen Trump-Zoll-Drohungen auch
als der Beginn eines Wirtschaftskriegs gegen Deutschland
interpretieren», betonte er. 

Die Sonderbelastungen aus den Trump-Zöllen würden jedoch nicht
vollständig von den Autobauern bezahlt. «Man wird versuchen, einen
Teil der Zölle durch Preiserhöhungen auf die Käufer in den USA
«abzuwälzen»», sagte Dudenhöffer. Die deutschen Autobauer hätte
n
starke Marken und Käufer würden bei einer Preiserhöhung nicht gleich

abspringen.

 Wer ist am stärksten betroffen?

Die erhöhten Zölle dürften die Autobauer unterschiedlich treffen,
betonte der Experte. Mercedes und BMW hätten große
US-Produktionsstätten und damit einen gewissen «Zollschutz». Gebaut
würden in den US-Werken die SUV und diese machten das Gros der
Verkäufe in den USA aus. 

Bei Porsche und Audi etwa sehe das anders aus. «Damit dürften bei
beiden die Pläne zum Bau von Autowerken in den USA beschleunigt
werden», sagte Dudenhöffer. Insgesamt müsse man davon ausgehen, dass

von den Trump-Zöllen zusätzliche Impulse für Verlagerungen der
Automobilindustrie aus Deutschland heraus ausgehen.