Merz zu Trumps Zollplänen: «Will ganz Europa treffen»

03.05.2026 23:20

Der US-Präsident droht den Europäern wieder mit höheren Autozöllen.

Soll das vor allem Deutschland mit seiner wichtigen Fahrzeugindustrie
treffen? Der Kanzler hat eine andere Erklärung dafür.

Berlin (dpa) - Kanzler Friedrich Merz betrachtet die von US-Präsident
Donald Trump angekündigten höheren Zölle für Autos aus der EU nicht

als Maßnahme besonders gegen Deutschland. «Er will ganz Europa
treffen», sagte der CDU-Politiker in der ARD-Sendung «Caren Miosga».

Trump sei auch «zu Recht ein bisschen enttäuscht» darüber, dass die

EU mit dem im August 2025 vereinbarten Zollabkommen mit den USA nicht
zu einem Abschluss gekommen sei. Im Europäischen Parlament gebe es
bis heute Widerstände dagegen.

Merz erläuterte, Trump werde ungeduldig, dass auf der europäischen
Seite immer wieder neue Bedingungen formuliert würden. «Die
Amerikaner haben es fertig und die Europäer nicht.» Der Kanzler
sagte: «Deswegen wünsche ich mir, dass wir hier möglichst schnell zu

einem Abkommen kommen.»

Im August 2025 hatten sich Trump und EU-Kommissionspräsidentin Ursula
von der Leyen in einem Rahmenabkommen auf eine Zollobergrenze von 15
Prozent auf die meisten EU-Warenimporte in die USA geeinigt. Auch für
europäische Autos und Autoteile sollte der Satz gelten. 

Trump kündigte nun am Freitag an, er wolle Zölle auf Autos und
Lastwagen, die aus der EU in die USA eingeführt werden, von kommender
Woche an auf 25 Prozent erhöhen. Er begründete das damit, dass sich
die EU nicht an das vereinbarte Handelsabkommen halte.