Autozoll-Streit: EU kündigt Treffen mit Trump-Vertreter an

04.05.2026 13:34

Die neuen Zollankündigungen von US-Präsident Donald Trump sorgen in
Brüssel für Unruhe. Gibt es nach einem Gespräch an diesem Dienstag
mehr Klarheit?

Brüssel (dpa) - Um einen neuen Handelskonflikt mit den USA
abzuwenden, will sich der zuständige EU-Kommissar Maros Sefcovic an
diesem Dienstag mit Donald Trumps Handelsbeauftragten Jamieson Greer
treffen. Die Zusammenkunft sei am Rande eines Treffens der
Handelsminister der Gruppe der führenden westlichen Industriestaaten
(G7) geplant, sagte ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel. Über
mögliche Ergebnisse wolle er nicht spekulieren. Er betonte, dass die
neuen Zollankündigungen von Trump bislang nicht umgesetzt worden
seien.

US-Präsident Trump hatte am Freitag mitgeteilt, er wolle Zölle auf
Autos und Lastwagen, die aus der EU in die USA eingeführt werden, auf
25 Prozent erhöhen. Er begründete das damit, dass sich die EU nicht
an das im vergangenen Sommer vereinbarte Handelsabkommen halte. Die
EU weist diesen Vorwurf zurück und droht wiederum den USA mit
Gegenmaßnahmen, sollten diese Zollerhöhungen gegen die EU umsetzen.

EU: Alle Optionen liegen auf dem Tisch

Der Sprecher der Kommission sagte in Brüssel, sollten die USA
Maßnahmen ergreifen, die nicht mit Absprachen aus dem vergangenen
Sommer vereinbar seien, halte man sich alle Optionen offen, um die
Interessen der EU zu schützen. Diese könnten nach früheren Angaben
EU-Sonderzölle auf Wareneinfuhren aus den USA oder die Nutzung eines
Instruments gegen wirtschaftliche Zwangsmaßnahmen umfassen. Diese
sogenannte «Handels-Bazooka» könnte es etwa ermöglichen,
US-Unternehmen von der Vergabe öffentlicher Aufträge auszuschließen
oder Digitalkonzerne wie Apple, Microsoft, Google und Meta mit
Zusatzabgaben zu belegen.

Zu Einzelheiten wollte sich der Sprecher nicht äußern. Er sagte, es
sei nicht das erste Mal, dass man Drohungen aus den USA höre. Man
wolle deswegen ruhig bleiben und sich um die Umsetzung der Absprachen
aus dem vergangenen Sommer kümmern. Diese sehen unter anderem vor,
dass die EU eine zollfreie Einfuhr von US-Industriegütern ermöglicht.
Der notwendige Gesetzgebungsprozess dafür ist allerdings nicht
abgeschlossen, unter anderem, weil Trump zwischenzeitlich im
Grönland-Konflikt mit neuen Zöllen gegen EU-Staaten gedroht hatte.