EU-Agrar-Kommissar: Jedes Land braucht eine Risiko-Strategie

04.05.2026 14:22

Dürren, Marktschwankungen, politische Auswirkungen: Landwirte in
Europa haben mit vielen Risiken zu kämpfen. Die Ministerinnen und
Minister der EU haben über Strategien beraten.

Nikosia (dpa) - EU-Staaten sollen Landwirte besser gegen Risiken wie
Klimawandel, Marktschwankungen und geopolitische Entwicklungen
absichern. Die EU-Kommission erwarte von jedem einzelnen Staat eine
konkrete Strategie, sagte der Landwirtschaftskommissar der
Europäischen Union, Christophe Hansen, nach Beratungen mit den
europäischen Agrarministern in Zypern. Diese sollen im Rahmen der
nächsten Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) vorgelegt werden. Zudem
müssten Risiken bei landwirtschaftlichen Entscheidungen
berücksichtigt werden. 

Bei dem informellen Treffen tauschten sich die Politiker über die
Lage in der Landwirtschaft aus; rechtlich verbindliche Beschlüsse
konnten dort nicht gefasst werden. 

Umstrukturierung der Agrarpolitik

Die EU-Kommission will die GAP ab 2028 grundlegend umstrukturieren.
Statt vieler Töpfe für die GAP und die Strukturförderung soll es
demnach künftig nur noch einen großen Fonds geben. Für Mittel daraus

soll nach dem Willen der Kommission jeder EU-Staat einen sogenannten
Nationalen Reform- und Investitionsplan vorlegen. Darin soll das Land
zeigen, welche Reformen und Investitionen es zwischen 2028 und 2034
umsetzen und wofür es EU-Gelder verwenden will.

Die Vorschläge sind umstritten: Einerseits wird begrüßt, dass Staaten

individueller planen können, andererseits werden größere regionale
Unterschiede und niedrigere Umweltschutzstandards befürchtet. Die
Haushaltsverhandlungen unter den EU-Staaten und mit dem Europäischen
Parlament dürften lang und hart werden; angestrebt wird ein Abschluss
bis Jahresende.