Brüssel stoppt EU-Gelder für Projekte mit Technik aus China

04.05.2026 16:49

Blackout durch einen Drittstaat? Die EU-Kommission sieht die
kritische Infrastruktur in Europa durch Lieferanten aus Drittstaaten
in Gefahr. Das hat vor allem für die Solarbranche Konsequenzen.

Brüssel (dpa) - Solaranlagen und andere neue Projekte im
Energiesektor sollen nur noch EU-Förderung erhalten, wenn sie ohne
bestimmte elektrische Bauteile aus Ländern wie China auskommen.
Konkret geht es um smarte Wechselrichter zur Umwandlung von
Gleichstrom in Wechselstrom, wie die EU-Kommission mitteilte. Laut
Brüssel stellen sie eine potenzielle Bedrohung für die Stromnetze der
EU dar. In der Praxis könnten sie zu einer Fernabschaltung der Netze
der Mitgliedstaaten dienen und landesweite Stromausfälle
herbeiführen, sagte die Sprecherin.

Betroffen sind vor allem Lieferanten aus China, das einen globalen
Marktanteil von rund 80 Prozent bei Wechselrichtern hält - der
Huawei-Konzern ist bei Solaranlagen Weltmarktführer. Wechselrichter
sind oft smarte Geräte, die ans Netz angeschlossen werden, um
Gleichstrom in Wechselstrom umzuwandeln. 

Könnten Drittstatten in der EU den Strom abstellen? 

Das Verbot basiert laut Beamten auf einer Entscheidung der
EU-Kommission von Anfang April und gilt für alle EU-Mittel, die
direkt von der Kommission oder über Partnerbanken vergeben werden. Es
gilt für Projekte, die die kritische Infrastruktur betreffen. Daher
ist auch die deutsche Förderbank KfW angehalten, die neuen Regel zu
beachten. 

Für Vorhaben, die bereits weit fortgeschritten sind, gilt eine
Übergangsfrist - sie können unter Auflage strengerer
Sicherheitsvorkehrungen noch bis November genehmigt werden. Neben
China sind theoretisch auch Lieferanten aus Russland, Nordkorea und
dem Iran von der Maßnahme betroffen.