EU-Kommissar: «Schwerste Energiekrise aller Zeiten»
05.05.2026 12:00
Der Konflikt im Nahen Osten hat die Energiepreise in die Höhe
getrieben. Der Energie-Kommissar der Europäischen Union findet
deutliche Worte für die Situation: «schwerste Energiekrise aller
Zeiten».
Brüssel (dpa) - Die Welt ist nach Einschätzung des Energiekommissars
der Europäischen Union, Dan Jørgensen, mit der «wohl schwersten
Energiekrise aller Zeiten» konfrontiert. «Seit Ausbruch des Konflikts
im Nahen Osten haben die Mitgliedstaaten der Europäischen Union
bereits über 30 Milliarden Euro mehr für Importe fossiler Brennstoffe
ausgegeben - ohne dafür zusätzliche Lieferungen zu erhalten», sagte
er in Brüssel.
Etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls und Flüssiggases wird
normalerweise durch die Straße von Hormus transportiert. Seit Beginn
des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran hat Teheran den
Schiffsverkehr durch diese Engstelle durch Drohungen und Angriffe
praktisch zum Erliegen gebracht, während Washington eine Seeblockade
gegen Schiffe verhängt hat, die iranische Häfen anlaufen oder
verlassen. Zudem wurden in den vergangenen Monaten
Energieproduktionsanlagen in mehreren Golfstaaten durch iranische
Angriffe beschädigt.
EU bereitet sich auch auf mögliche Versorgungsengpässe vor
Nach einem Kriegsende werde es voraussichtlich Jahre dauern, bis die
Gasproduktion in der Region wieder normal laufe, sagte Jørgensen. Die
EU bereite sich auch auf mögliche Versorgungsengpässe vor,
insbesondere bei Flugkraftstoff. Er verwies auf die neue
Beobachtungsstelle der EU, die Daten zum vorhandenen Flugtreibstoff
sammelt. So wolle man auch erkennen, falls politische Maßnahmen zur
Koordinierung und Umverteilung nötig würden, sagte der Politiker.
«Wir hoffen, dass es nicht zu einer Situation kommt, in der dies
notwendig wird, aber wir bereiten uns darauf vor.»
Zuletzt hatte der Angriff Russlands auf die Ukraine 2022 eine
Energiekrise in Europa verursacht. Damals war es zu
Versorgungsengpässen und massiven Preisanstiegen gekommen.
