KI soll Kinder unter 13 von Meta-Plattformen fernhalten
05.05.2026 13:03
Geburtstagskuchen auf Instagram? Die neue KI von Meta erkennt
Hinweise auf zu junge Nutzer und löscht Konten - doch Betroffene
können sich wehren. Ob das der EU ausreicht, wird sich zeigen.
Berlin/Menlo Park (dpa) - Der US-Technologiekonzern Meta weitet den
Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) aus, um das Alter von
Kindern und Jugendlichen auf Plattformen wie Instagram, Facebook und
Threads künftig strenger zu kontrollieren. Die neuen Maßnahmen
zielten zum einen darauf ab, Kinder unter 13 Jahren von den
Plattformen zu entfernen, teilte das Unternehmen mit. Außerdem sollen
Jugendliche, die sich fälschlicherweise als Erwachsene ausgeben, in
strengere Sicherheitseinstellungen gezwungen werden. Die Funktionen
werden nun weltweit und damit auch in Deutschland eingeführt.
KI stöbert auch in Fotos und Videos
Die KI-gestützte Software analysiert dabei nicht mehr nur
textbasierte Profilinformationen, sondern erfasst auch den Kontext
von Bildern, Kommentaren und Videos (Reels). Erkennt die KI auf einem
Foto etwa Glückwünsche, Ballons oder Kuchen zum elften Geburtstag,
wird das Konto als potenziell minderjährig eingestuft und bei
Bestätigung des Verdachts gelöscht. Betroffene können jedoch
Widerspruch einlegen und ihr Alter durch Ausweisdokumente nachweisen.
Meta setzt weiterhin auf KI, um 13- bis 17-jährige Jugendliche zu
identifizieren, die bei der Anmeldung ein volljähriges Alter
vorgetäuscht haben. Die KI wertet dafür Verhaltensmuster aus, etwa
wie sich die Personen auf der Plattform bewegen und welchen Accounts
sie folgen. Erkennt das System eine falsche Altersangabe, werden die
Profile der Betroffenen automatisch in sogenannte «Teen-Konten»
überführt.
Druck von der Europäischen Kommission
Meta wird in vielen Ländern vorgeworfen, bislang zu wenig zum Schutz
von Kindern und Jugendlichen zu tun. Jüngst hatte die EU-Kommission
dem US-Konzern vorgeworfen, Kinder nicht ausreichend vor den Gefahren
ihrer Angebote zu schützen. Die Brüsseler Internetwächter verlangen
von den Plattformen Instagram und Facebook, das auch in den
Nutzungsbedingungen festgelegte Mindestalter von 13 Jahren
durchzusetzen, ansonsten drohe dem Mutterkonzern Meta unter Leitung
von Mark Zuckerberg eine empfindliche Strafe.
Langfristig drängt Brüssel darauf, dass sämtliche
Social-Media-Plattformen wie Instagram, Snapchat, TikTok und Co. eine
von der EU-Kommission entwickelte App zur Altersverifikation nutzen,
um Altersangaben zu prüfen. Meta dagegen befürwortet eine zentrale
Altersverifizierung bereits bei der Ersteinrichtung eines Smartphones
auf Betriebssystem- oder App-Store-Ebene, anstatt die Überprüfung
jeder einzelnen App zu überlassen.
Rufe nach einem Komplettverbot
In mehreren EU-Ländern - darunter Frankreich, Spanien und Österreich
- wird aktuell diskutiert, soziale Medien für Minderjährige unter
einem bestimmten Alter (teils bis 15 oder 16 Jahre) komplett
gesetzlich zu sperren, ähnlich wie es Australien bereits umgesetzt
hat. Die EU-Kommission lehnt ein pauschales Verbot bisher ab und
setzt stattdessen auf die strenge technische Verifikation.
