EU-Länder wollen Steuerbetrug-Ermittlungen erleichtern

05.05.2026 15:30

Zweistellige Milliardenbeträge gehen den EU-Ländern jedes Jahr wegen
Mehrwertsteuerbetrug durch die Lappen. Im Kampf dagegen sollen
EU-Behörden nach Willen der Länder auf mehr Daten Zugriff bekommen.

Brüssel (dpa) - Damit mutmaßlicher Mehrwertsteuerbetrug in der EU
besser bekämpft werden kann, sollen die Europäischen
Staatsanwaltschaft (EUStA) und die Anti-Betrugsbehörde (Olaf)
besseren Zugang zu Daten bekommen. Bei einem Treffen in Brüssel
verständigten sich die Finanzminister darauf, ihnen Zugriff auf
Mehrwertsteuerdaten über grenzüberschreitende Geschäftstransaktionen

in der EU zu ermöglichen. Außerdem vereinbarten sie, die
Zusammenarbeit zwischen nationalen Behörden auszubauen.

Grenzüberschreitender Betrug bei der Mehrwertsteuer ist ein ernstes
Problem in der EU. Insbesondere der sogenannte Karussellbetrug sorgt
nach Angaben der Europäischen Kommission jährlich für Verluste
zwischen 12,5 und 32,8 Milliarden Euro. Beim Karussellbetrug werden
etwa Waren immer wieder zwischen Firmen weiterverkauft. Eine Firma
kassiert Mehrwertsteuer, zahlt sie aber nicht und verschwindet.
Andere Firmen in der Kette bekommen die Steuer trotzdem vom Staat
zurück.

Die EU-Kommission hatte die neuen Regeln Ende 2025 vorgeschlagen.
Bevor sie in Kraft treten können, muss das EU-Parlament noch eine
Stellungnahme abgeben. Das ist derzeit für Juli vorgesehen.