Anti-Armuts-Strategie der EU: kostenloses Schulessen und Co.

06.05.2026 17:37

Für das Ziel, bis 2050 Armut in der EU zu beenden, muss noch viel
passieren. Die EU-Kommission hat erstmals eine Strategie zur
Bekämpfung von Armut vorgestellt - mit klaren Forderungen für Kinder.

Brüssel (dpa) - Die Europäische Kommission hat erstmals eine
Strategie zur Bekämpfung von Kinderarmut und für eine vollständig von

Armut befreite EU bis 2050 vorgestellt. In den Mitgliedstaaten sollte
es nach Ansicht der Brüsseler Behörde etwa kostenlosen Zugang zu
Bildung, Gesundheitsversorgung und Schulessen geben, wie aus dem
Papier hervorgeht. Für Eltern seien zudem ein besserer Zugang zu
guten Arbeitsstellen, eine Kinderbetreuung und ein soziales
Sicherheitsnetz essenziell, um den Armutskreislauf früh zu
durchbrechen.

In der EU ist demnach jedes vierte Kind von Armut und/oder sozialer
Ausgrenzung bedroht. Das kostet: Die Industriestaatenorganisation
OECD schätzt die Belastung von Kinderarmut und ihre lebenslangen
Auswirkungen auf jährlich 3,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in
Europa. Laut der EU-Kommission ist in den vergangenen fünf Jahren
kein nennenswerter Rückgang von Kinderarmut zu beobachten. 

Jedes Alter von Armut betroffen

Insgesamt sind demnach 93 Millionen Europäer von Armut und/oder
sozialer Ausgrenzung bedroht. Das 2021 gesetzte Ziel, dass bis 2030
etwa 15 Millionen Menschen weniger von Armut betroffen sind, liegt in
weiter Ferne. Bisher konnte bei der Armutsbekämpfung 3,5 Millionen
Menschen geholfen werden. Eigentlich will die EU bis 2050 vollständig
befreit von Armut sein. 

Dafür setzt die EU-Kommission besonders auf den verbesserten Zugang
zu Wohnraum, als eine der Strategien gegen Obdachlosigkeit und damit
gegen Armut. «Ohne einem Dach über dem Kopf ist es schwer ein
Fundament zu bauen», sagte Roxana Minzatu, Vizepräsidentin für
soziale Rechte und Kompetenzen. Als zweiten Aspekt benennt die
Strategie den verbesserten Zugang zu Arbeitsplätzen. Arbeit sei der
erste Weg aus der Armut für diejenigen, die arbeiten können.