Firmen bringen sich für EU-Beitritt der Ukraine in Stellung

08.05.2026 00:05

Deutsche Unternehmen bereiten Investitionen in der Ukraine vor -
trotz schwieriger Bedingungen setzen sie auf Wachstum nach einem
Friedensschluss und fordern mehr Planungssicherheit.

Berlin (dpa) - Deutsche Unternehmen bereiten nach Angaben des
Ost-Ausschusses der Wirtschaft Investitionen in der Ukraine nach
Kriegsende vor. «Wir beobachten ein steigendes Interesse neuer
Investoren, die auf starkes Wachstum nach einem Friedensschluss
setzen und dafür bereits heute die Weichen stellen wollen», sagte der
Geschäftsführer des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, Michael
Harms, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Deutsche Firmen, die bereits vor Kriegsbeginn in der Ukraine gewesen
seien, sind laut Harms dem Standort fast ausnahmslos treu geblieben,
trotz schwierigster Bedingungen: «Der Wiederaufbau findet bereits
heute statt, und die ukrainische Wirtschaft wächst.» 

Die angestrebte wirtschaftliche Integration des Landes in den
europäischen Binnenmarkt und die Übernahme von EU-Standards sorgten
für zusätzliche Impulse. Das EU-Regelwerk wirke als wichtiger
Reformanker im Land. Der Beitritt der Ukraine zur EU wird nach
Einschätzung der Bundesregierung allerdings noch einige Jahre
dauern. 

Planungssicherheit schaffen

Der Wirtschaftsverband spricht sich dafür aus, die Ukraine bereits
früh in einzelnen Bereichen enger einzubinden, etwa beim Zugang zum
europäischen Binnenmarkt oder bei der Integration in europäische
Infrastrukturen. «Das schafft Planungssicherheit für Unternehmen und
erleichtert langfristige Investitionsentscheidungen», sagte Harms.

Damit Investitionen noch stärker Fahrt aufnehmen können, müssen aus

Sicht des Ost-Ausschusses Hemmnisse wie eingeschränkte
Versicherbarkeit, Finanzierungslücken und regulatorische
Unsicherheiten abgebaut werden. Notwendig seien weitergehende
staatliche Garantien, transparente Vergabeverfahren sowie
Fortschritte bei Rechtsstaatlichkeit und Korruptionsbekämpfung.