Fico will keinen «Eisernen Vorhang zwischen EU und Russland»

09.05.2026 22:20

Die Slowakei kann schwer auf russische Energielieferungen verzichten.
Premier Fico ruft aber auch die EU dazu auf, mit Russland im Gespräch
zu bleiben.

Bratislava/Moskau (dpa) - Der slowakische Ministerpräsident Robert
Fico hat seine Teilnahme am Weltkriegsgedenken in Moskau verteidigt
und zur neuerlichen Zusammenarbeit Europas mit Russland aufgerufen.
«Ich lehne einen neuen Eisernen Vorhang zwischen der EU und Russland
ab», sagte der Linksnationalist in einem Facebook-Video auf dem
Rückflug aus Moskau nach Bratislava. Er und seine Regierung hätten
«Interesse an normalen freundschaftlichen und gegenseitig
vorteilhaften Beziehungen» zur Großmacht Russland ebenso wie zu allen
anderen Ländern, die daran interessiert seien.

Die Absicht der EU, sich vollkommen von russischen Energielieferungen
loszulösen, betrachte er als rein «ideologisch» und zudem «schädl
ich
für die europäische Konkurrenzfähigkeit». Es sei ein Fehler, «aus

Hass gegen Russland eine Energie-Abhängigkeit durch eine andere zu
ersetzen, diesmal eine amerikanische, die noch dazu weitaus teurer
ist». 

Die Slowakei ist noch immer weitgehend von russischen Öllieferungen
abhängig. Die von Fico geführte Regierung macht die Ukraine für ihre

wirtschaftlichen Probleme mitverantwortlich, weil sie zum
Jahresbeginn 2025 die Durchleitung von russischem Gas über ihr
Territorium stoppte. Als ab Ende Januar 2026 auch kein russisches Öl
mehr über die Ukraine floss, rief die Regierung in Bratislava einen
«Erdöl-Notstand» aus.