Weimer fährt für Israels Song-Contest-Auftritt nach Wien

12.05.2026 17:14

Israel tritt beim Eurovision Song Contest 2026 an, trotz Kritik. Der
deutsche Kulturstaatsminister hatte sich dafür starkgemacht - und
will selbst vor Ort unterstützen.

Brüssel (dpa) - Israel tritt trotz Kritik beim Eurovision Song
Contest (ESC) an - und Kulturstaatsminister Wolfram Weimer
(parteilos) will dabei sein. «Es ist kein Ort, wo politische Dinge in
dieser Dimension eine Rolle spielen sollten», sagte Weimer in Brüssel
am Rande eines Treffens der europäischen Kulturminister über den
Musikwettbewerb. Er sei sehr froh, dass Israel singen dürfe und fahre
deshalb nach Wien, um sich auch den israelischen Sänger anzuhören. 

Noam Bettan singt für Israel den Popsong «Michelle». Für Deutschlan
d
geht Sarah Engels mit dem Lied «Fire» ins Rennen - ihren Beitrag
erwähnte Weimer in seinem kurzen Statement am Rande des Treffens der
Kulturminister vor Journalisten und Journalistinnen nicht. In einem
heute bei ntv veröffentlichten Interview sagte er, dass ihm Engels'
Energie, Begeisterung für Musik und lebensfrohe Lust an der Show
gefalle. «Bei den Wettquoten ist sie ja eher im Mittelfeld, aber ich
hoffe, sie wird gut abschneiden!» Beim ESC entsenden die
öffentlich-rechtlichen Sender eine Musikgruppe, einen Künstler oder
eine Künstlerin für ihr Land. 

Ausschluss wurde diskutiert

Mehrere Länder, darunter Spanien und die Niederlande, boykottieren
den ESC in diesem Jahr als Reaktion auf das Vorgehen Israels im
Gazastreifen nach dem Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 in Israel. Es
wird zudem mit Protesten und Störaktionen gerechnet. Zuvor war
diskutiert worden, ob Israel ausgeschlossen wird. Die Mitgliedssender
der Europäischen Rundfunkunion (EBU) entschlossen sich aber im
Dezember dagegen. 

Weimer hatte sich dafür eingesetzt, dass Israel teilnehmen kann. Die
Sender seien autonom, aber er sei froh, dass sich am Ende eine
deutliche Mehrheit «für die Offenheit, für die Toleranz und für das

einigende Band der Musik» entschieden habe, sagte Weimer. Das
Interesse am ESC sei gewaltig. «Ich glaube, wir können uns auf einen
ESC freuen, der ein ganz großes Musikfest ist.»