Russisches Gericht fordert 200 Milliarden Euro von Euroclear

15.05.2026 20:42

Wegen Moskaus Krieg in der Ukraine hat die EU Sanktionen verhängt und
russisches Staatsvermögen blockiert. Die Zentralbank geht juristisch
dagegen vor. Droht nun Europäern in Russland die Enteignung?

Moskau (dpa) - Ein Gericht in Moskau hat der milliardenschweren
Schadenersatzklage der russischen Zentralbank gegen den belgischen
Finanzdienstleister Euroclear laut Medienberichten stattgegeben.
Euroclear müsse 18,17 Billionen Rubel (umgerechnet etwa 200
Milliarden Euro) zahlen, urteilte nun ein Moskauer Gericht in erster
Instanz laut dem Wirtschaftsportal RBK. Euroclear verwaltet den
Großteil des in der EU nach Moskaus Invasion in die Ukraine
festgesetzten russischen Vermögens.

Demnach setzt sich die festgelegte Schadenssumme aus den etwas mehr
als 180 Milliarden Euro zusammen, die auf den Euroclear-Konten
blockiert sind, und knapp 20 Milliarden an entgangenem Gewinn für die
russische Zentralbank. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die
Verteidiger bezeichneten den Prozess hinter verschlossenen Türen als
unfair und haben Berufung angekündigt.

Das Urteil war allgemein erwartet worden. Experten gehen davon aus,
dass damit der Weg freigemacht werden soll zu möglichen
Gegenmaßnahmen gegen noch vorhandenes europäisches Kapital in
Russland.