EU-Parlament beschließt härtere Zollregeln für Stahlimporte

19.05.2026 13:52

Günstiger Stahl, vor allem aus Asien, setzt Europas Hersteller unter
Druck. Die EU will sie mit strengeren Import-Limits und Zöllen
schützen.

Straßburg (dpa) - Das Europäische Parlament hat schärfere Regeln zum

Schutz der Stahlindustrie vor billiger Konkurrenz aus Ländern wie
China beschlossen. Eine Mehrheit der Abgeordneten stimmte in
Straßburg dafür, dass deutlich weniger Stahl zollfrei in die EU
eingeführt werden darf und darüber hinausgehende Importe mit einem
höheren Strafzoll als bisher belegt werden. Die Neuregelung war zuvor
mit den Mitgliedstaaten ausgehandelt worden, nun folgte mit der
Abstimmung die formale Annahme des Kompromisses.

Besonders aus China, Indien und der Türkei importierter günstiger
Stahl macht den europäischen Herstellern zu schaffen. Mit den neuen
Regeln will die EU den europäischen Markt vor globaler Überproduktion
schützen. Es geht auch darum, Arbeitsplätze zu sichern.

Die aktuellen Regelungen laufen zum 30. Juni aus. Nach den neuen
Vorgaben wird die zollfreie Einfuhrmenge auf 18,3 Millionen Tonnen
pro Jahr begrenzt. Das sind etwa 47 Prozent weniger als bisher.
Mengen, die diese Grenze überschreiten, sollen mit einem Strafzoll
von 50 Prozent belegt werden, doppelt so viel wie bisher.

Damit die neuen Regeln in Kraft treten können, müssen die
Mitgliedstaaten noch formell zustimmen.