Teurer Dünger: EU-Kommission will Bauern mehr Geld geben
19.05.2026 17:16
Hohe Energiepreise und geopolitische Krisen: Europas Landwirtschaft
ächzt unter steigenden Düngerpreisen. Die EU-Kommission will
anpacken.
Straßburg (dpa) - Angesichts steigender Düngemittelpreise will die
EU-Kommission Europas Bauern finanziell stärker unterstützen. Noch
vor dem Sommer will die Brüsseler Behörde ein Unterstützungspaket
vorlegen, wie sie mitteilte. Wie viel Geld zusätzlich an die
Landwirte und Landwirtinnen fließen soll, war zunächst nicht
bekannt.
Neben mehr finanziellen Mitteln will die Kommission mit zahlreichen
weiteren Vorhaben dafür sorgen, die Versorgung mit bezahlbaren
Düngemitteln kurz- und langfristig zu sichern, Treibhausgasemissionen
zu senken und die Importabhängigkeit zu reduzieren.
Europas Landwirtschaft hängt bei Düngemitteln von Importen ab
Denn bislang ist Europas Landwirtschaft stark auf Importe von
Mineraldüngern und deren Rohstoffen - Harnstoff, Ammoniak,
Rohphosphat - angewiesen. Die jüngsten Lieferunterbrechungen und
Preisschwankungen hätten Landwirte in ganz Europa zunehmend unter
Druck gesetzt und die Anfälligkeit Europas gegenüber externen Schocks
in der Düngemittelversorgung offengelegt, so die Kommission.
Insbesondere der Preis für Stickstoffdünger ist stark von Erdgas
abhängig und angesichts des Kriegs im Nahen Osten und der Sperrung
der Straße von Hormus gestiegen. So war Stickstoffdünger in der EU im
April nach Angaben der EU-Kommission rund 70 Prozent teurer als im
Durchschnitt 2024.
Kommission plant mehrere Maßnahmen
Die Kommission will daher in nächster Zeit auch neue Regeln
vorschlagen, damit die Mitgliedsstaaten noch vorhandene Fördergelder
aus dem milliardenschweren Topf der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP)
besser nutzen können - etwa durch flexiblere Vorauszahlungen oder
Unterstützung für Investitionen in moderne Düngetechnik. Gleichzeitig
sollen Landwirte etwa mit nährstoffeffizienteren Anbaumethoden so
arbeiten, dass weniger Düngemittel eingesetzt wird. Im Rahmen der
geplanten Überprüfung des Treibhausgashandelssystems ETS soll
untersucht werden, wie der Düngemittelindustrie mehr Spielraum
gegeben werden kann.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte, die anhaltende
Krise bei fossilen Brennstoffen zeige, dass Klimaschutz und
wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit miteinander verbunden seien.
«Mit diesem Aktionsplan investieren wir in eine stärkere europäische
Düngemittelindustrie, unterstützen europäische Landwirte und
beschleunigen Innovationen für nachhaltige, heimische Lösungen.»
