EU-Kommissar warnt: Illegale Fischerei bedroht Mittelmeer

21.05.2026 13:05

Die Artenvielfalt im Mittelmeer steht auf dem Spiel. EU-Kommissar
Kadis fordert mehr Zusammenarbeit - doch reicht das, um die Fischerei
zu retten?

Limassol (dpa) - Die illegale und unregulierte Fischerei zählt nach
Einschätzung von EU-Fischereikommissar Costas Kadis zu den größten
Bedrohungen für das Mittelmeer. Nur durch eine deutlich engere
Zusammenarbeit der Mittelmeeranrainer könne die Meeresumwelt wirksam
geschützt werden, sagte Kadis am Donnerstag in der zyprischen
Hafenstadt Limassol. Dies berichtete der staatliche zyprische
Rundfunk Cyprus Broadcasting Corporation (RIK).

Großteil der Fischbestände überfischt

Nach EU-Angaben gelten im Mittelmeer und Schwarzen Meer rund 85
Prozent der untersuchten Fischbestände als überfischt.
Umweltorganisationen und Wissenschaftler warnen seit Jahren vor einem
Rückgang der Artenvielfalt und zunehmendem Druck auf die Ökosysteme
der Region.

Kadis äußerte sich während einer Sitzung des European Maritime Day,
der als wichtigste europäische Veranstaltung für den maritimen Sektor
gilt. Dort kommen politische Entscheidungsträger,
Wirtschaftsvertreter und Organisationen der sogenannten Blue Economy
zusammen. Ziel der jährlich von der EU-Kommission organisierten
Konferenz ist es, über maritime Politik, nachhaltige Nutzung der
Meere, Fischerei, Schifffahrt und den Schutz der Ozeane zu beraten.
In diesem Jahr findet die Veranstaltung in Limassol auf Zypern statt.