Kunstrasenkartell? EU-Kommission macht Firmen Vorwürfe

21.05.2026 14:25

Die EU-Wettbewerbshüter nehmen mehrere Kunstrasen-Firmen ins Visier.
Haben sie sich zu Recyclinggebühren abgesprochen?

Brüssel (dpa) - Die Europäische Kommission verdächtigt Unternehmen in

der Kunstrasenbranche, wettbewerbswidrige Absprachen auf den Märkten
in Deutschland und den Niederlanden getroffen zu haben. Ein
niederländisches und ein deutsches Unternehmen sollen Preiselemente
für das Recycling von Anlagen gemeinsam festgelegt und vertrauliche
Informationen über Preise und Produktionskapazitäten ausgetauscht
haben, wie die zuständige Behörde in Brüssel mitteilte.

Über den Ausgang des Verfahrens ist mit der Mitteilung der Vorwürfe
noch nicht entschieden. Die betroffenen Unternehmen haben nun das
Recht, dazu Stellung zu nehmen. Bei einem Verstoß gegen
EU-Kartellrecht drohen ihnen laut Mitteilung Geldbußen von bis zu
zehn Prozent ihres weltweiten Jahresumsatzes.

Die Kommission hatte bereits im Juni 2023 unangekündigte
Durchsuchungen in Betrieben der Kunstrasenbranche in mehreren
EU-Mitgliedstaaten durchgeführt. Die nun geäußerten Vorwürfe
betreffen einen Zeitraum zwischen 2020 und 2023.

Künstliche Rasenbeläge für Sport- und Spielflächen werden
typischerweise für Fußball- und Hockeyplätze eingesetzt. Die Kosten
für die Entsorgung des alten Belags sind dabei ein wesentlicher
Faktor. Die Idee hinter dem Recycling ist, dass alter Kunstrasen
nicht als Müll endet, sondern wieder als neues Produkt genutzt werden
kann.