EU und Mexiko unterzeichnen Handelsabkommen
22.05.2026 22:39
Nach zehn Jahren Verhandlungen wird das Globalabkommen aus dem Jahr
2000 modernisiert. Angesichts von Trumps Protektionismus wollen beide
Seiten ihre Partnerschaft vertiefen.
Mexiko-Stadt (dpa) - Die EU und Mexiko haben nach zehnjährigen
Verhandlungen die modernisierte Fassung ihres Handels- und
Partnerschaftsabkommens aus dem Jahr 2000 unterzeichnet. Zum
Abschluss eines bilateralen Gipfeltreffens in Mexiko-Stadt bekannten
sich beide Seiten zum Multilateralismus.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident
António Costa reisten als Teil einer größeren EU-Delegation in die
mexikanische Hauptstadt. Dort trafen sie sich mit der
linksgerichteten Präsidentin Claudia Sheinbaum.
Angesichts der protektionistischen Handelspolitik der USA unter der
Regierung von Präsident Donald Trump und weiterer globaler
Herausforderungen wollen die EU und Mexiko ihre Handelspartner
diversifizieren. Das erste Gipfeltreffen seit zehn Jahren zwischen
der EU und der zweitgrößten Volkswirtschaft Lateinamerikas soll zu
einer Vertiefung der bilateralen Beziehungen führen.
«In einer Zeit, die von zunehmenden Turbulenzen und tiefgreifenden
Veränderungen geprägt ist, haben wir uns entschlossen, die Bindungen
unserer
strategischen Partnerschaft auszubauen, zu vertiefen und zu
aktualisieren», heißt es in der gemeinsamen Abschlusserklärung des
Gipfeltreffens.
Mexiko ist Deutschlands wichtigster Handelspartner in Lateinamerika
Die EU und Mexiko bilden gemeinsam einen Markt mit mehr als 580
Millionen Menschen. Mit dem modernisierten Abkommen hebt Mexiko fast
alle bestehenden Zölle auf EU-Einfuhren auf. Zudem werden
bürokratische Handelshemmnisse beseitigt und zahlreiche
Herkunftsangaben geschützt. Ebenso soll der Zugang zu öffentlichen
Aufträgen erleichtert werden. Das Abkommen umfasst nun auch den
digitalen Handel.
Neben Handelsfragen umfasst das globale Abkommen auch Regelungen zu
Themen wie Klimawandel, Menschenrechten und internationaler
Zusammenarbeit. Unterzeichnet wurde auch ein Interimshandelsabkommen.
Nach Beendigung des vollständigen Ratifizierungsprozesses innerhalb
der EU soll es dann durch das Globalabkommen ersetzt werden.
Mexiko ist der elftgrößte Handelspartner der EU und Deutschlands
wichtiger Handelspartner in Lateinamerika. Das jährliche bilaterale
Handelsvolumen zwischen der Europäischen Union und Mexiko beträgt
rund 86 Milliarden Euro. Rund 53 Milliarden davon entfallen auf
EU-Ausfuhren nach Mexiko und fast 34 Milliarden auf Einfuhren aus dem
lateinamerikanischen Land.
