«Wegkommen vom Nettozahlerprinzip»: Weber für höheren EU-Etat
23.05.2026 10:13
In Brüssel wird derzeit über den neuen, milliardenschweren Haushalt
gerungen. Die Bundesregierung hat sich schon klar geäußert. EVP-Chef
Weber hat eine andere Sicht auf die Dinge.
Brüssel (dpa) - EVP-Chef Manfred Weber wirbt für einen umfassenderen
EU-Haushalt. «Europa bringt Vorteile, auch finanzielle. Es hilft
allen, gemeinsam einen Drohnenschirm an der Ostgrenze zu
finanzieren», sagte der CSU-Politiker dem Straubinger Tagblatt und
der Münchner Abendzeitung. Das müsse das Leitmotiv sein. So helfe es
auch etwa allen, die EU-Grenzschutzbehörde Frontex zu stärken. «Der
Schutz der Außengrenzen, europäische Verteidigung: Das ist auch im
deutschen Interesse.» Die Deutschen müssten daher «ein bisschen
wegkommen vom Nettozahlerprinzip».
Der EU-Haushalt ist eines der politisch sensibelsten Themen in
Brüssel. Aktuell wird um das Budget für 2028 bis 2034 gerungen. Die
Europäische Kommission schlägt inflationsbereinigt rund 1,76
Billionen Euro vor, die für verschiedene EU-Vorhaben genutzt werden
sollen - etwa Verteidigungsbeschaffung, Agrarpolitik und
Strukturförderung. Das ist deutlich mehr Geld, als derzeit für die
laufende siebenjährige Budgetperiode veranschlagt sind. Das
EU-Parlament will noch zehn Prozent mehr Geld.
Finanziert wird der riesige Topf überwiegend aus einem Anteil des
Bruttonationaleinkommens (BNE) der Mitgliedstaaten. Die
Bundesregierung erteilte den hohen Summen bereits eine klare Absage.
Deutschland trägt als größte Volkswirtschaft der EU den mit Abstand
größten Teil zum Budget bei und ist daher ein sogenannter
Nettozahler. Nettozahlerstaaten sind Länder, die mehr Geld in den
EU-Haushalt einzahlen, als sie daraus zurückbekommen.
