EU: Bund darf bei Stromnetzbetreiber Tennet einsteigen

26.05.2026 12:47

Windstrom aus dem Norden in den Süden bringen: Deutschland braucht
neue Stromleitungen. Der Bund will beim Netzbetreiber Tennet
einsteigen.

Brüssel (dpa) - Die EU-Kommission hat den Einstieg des Bundes beim
Stromnetzbetreiber Tennet Deutschland genehmigt. Das angemeldete
Vorhaben gebe keinen Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken,
teilte die auf EU-Ebene für Wettbewerb zuständige Behörde mit. 

Über die staatliche Förderbank KfW übernimmt der Bund nach früheren

Angaben der niederländischen Tennet Holding für rund 3,3 Milliarden
Euro 25,1 Prozent des Unternehmens. Tennet Deutschland ist der größte
von vier Übertragungsnetzbetreibern in Deutschland und betreibt ein
rund 14.000 Kilometer langes Höchstspannungsstromnetz zwischen
Schleswig-Holstein und Bayern. 

Der niederländische Tennet-Konzern versucht seit Jahren, seine
deutsche Tochter abzustoßen oder Investoren mit ins Boot zu holen.
Der Erhalt und Ausbau des deutschen Hochspannungsnetzes erfordere
hohe Investitionen und gehöre nicht zu den Aufgaben eines
niederländischen Staatsunternehmens, argumentierte die
niederländische Regierung. 

Im Zuge der Energiewende müssen Tausende Kilometer neue
Stromleitungen gebaut werden, damit der vor allem im Norden
produzierte Windstrom in große Verbrauchszentren im Süden gelangen
kann. Dieser Ausbau der Netze kostet viele Milliarden Euro.