BP verkauft Raffinerie Gelsenkirchen - EU gibt grünes Licht
26.05.2026 13:11
Eine der größten Raffinerien Deutschlands soll den Eigentümer
wechseln. Der Mineralölkonzern BP will die Raffinerie Gelsenkirchen
an die Klesch-Gruppe verkaufen. Nun stimmt die EU-Kommission zu.
Brüssel/Gelsenkirchen (dpa) - Der Mineralölkonzern BP darf aus
EU-Sicht seine Raffinerie in Gelsenkirchen an den Raffineriebetreiber
Klesch-Gruppe verkaufen. Es gebe keine wettbewerbsrechtlichen
Bedenken gegen einen Zusammenschluss, teilte die EU-Kommission mit.
Die Unternehmen hätten nur eine begrenzte gemeinsame Marktstellung.
Bei großen Übernahmen prüft die Brüsseler Behörde, ob dadurch
unverhältnismäßig große Einschränkungen des freien Wettbewerbs
entstehen können.
Die Raffinerie Gelsenkirchen ist eine der größten Deutschlands. Der
aus zwei Standorten bestehende Komplex kann jährlich rund zwölf
Millionen Tonnen Rohöl verarbeiten. Hergestellt werden vor allem
Kraftstoffe für den Straßen- und Luftverkehr. Produziert werden auch
Rohstoffe für die petrochemische Industrie.
Rund 1.800 Beschäftigte
Der integrierte Raffineriekomplex mitsamt Tanklager in Bottrop
beschäftigt laut BP-Angaben von März rund 1.800 Menschen. Der Konzern
hatte im März angekündigt, die Raffinerie an die konzernunabhängige
Klesch-Gruppe zu verkaufen. Der Verkauf soll nach einer Zustimmung
der Behörden noch in der zweiten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen
werden, hieß es damals.
Die auf Malta ansässige Klesch-Gruppe des US-Amerikaners A. Gary
Klesch betreibt in Europa zwei Ölraffinerien: die Raffinerie Heide im
schleswig-holsteinischen Kreis Dithmarschen und eine Raffinerie im
dänischen Kalundborg.
Bericht: Bundesministerium prüft
Das Bundeswirtschaftsministerium prüft laut einem «Spiegel»-Bericht
von April ebenfalls den Verkauf der Raffinerie und nimmt dafür eine
Investitionsprüfung vor. Hinter der auf Malta ansässigen
Klesch-Gruppe stehe ein undurchsichtiges Firmenkonstrukt in der
Steueroase Jersey, berichtete der «Spiegel». Der Staat kann unter
bestimmten Voraussetzungen den Erwerb von Firmen durch
nicht-europäische Investoren untersagen.
